Abgespaced – die virtuelle Welt

Wer wollte nicht schon immer in eine fremde Welt eintauchen? Immersion macht es möglich. Brille auf die Nase und plötzlich durch den Weltraum schweben. Asteroiden über und endlose Weiten unter einem.Bei einem Schritt nach vorn beginnen sich die Planeten schneller…

Wer wollte nicht schon immer in eine fremde Welt eintauchen? Immersion macht es möglich. Brille auf die Nase und plötzlich durch den Weltraum schweben. Asteroiden über und endlose Weiten unter einem.Bei einem Schritt nach vorn beginnen sich die Planeten schneller zu drehen und kommen scheinbar entgegen. Die Bilder wirken so real, dass es schwer fällt, nicht die Hände nach ihnen auszustrecken.

Diese Erfahrung konnte auf der Langen Nacht der Wissenschaften erlebt werden. Die Virtual Reality Brille erfasst die Bewegungen seiner Nutzer durch Gyrosensoren. So wird das Bild, das auf dem in der VR-Brille verbauten Bildschirm erscheint, den Bewegungen der Spieler angepasst. Die Sensoren erfassen nicht nur Kopfbewegungen, sondern auch statische Bewegungen des ganzen Körpers. Das macht den 3D-Eindruck noch viel realistischer, weil die virtuelle Welt auf die gleiche Weise wie die reale erforscht werden kann. Einzig Riechen und Anfassen fehlen der perfekten Illusion. Der Effekt fürs Auge wird durch zwei einzelne Darstellungen der Animation auf dem Bildschirm erreicht. Durch zwei Linsen kann das Auge auch auf die kurze, ungewohnte Entfernung scharf stellen und ermöglicht es so, dem menschlichen Hirn den Sinneseindruck zu einer dreidimensionalen Impression der Umwelt zusammenzustellen.

Foto: Lukas Schöpfel

Foto: Lukas Schöpfel

Diesen Fortschritt in der animierten Welt macht sich Lisa Zumblick zunutze. Die ehemalige Studentin der Technischen Hochschule Nürnberg wählte diese Errungenschaft als Thema ihrer Bachelorarbeit. Sie entwickelte das Spiel „Collect“, bei dem der Spieler fiktive Landschaften erforscht und in eine scheinbar reale Welt eintaucht. Lisa  arbeitet nun mit dem Start-Up Unternehmer Benedikt Engelhard aus dem Nürnberger Raum zusammen. Sein Unternehmen Cykyria stellt die Hardware für das neue Spielerlebnis bereit. Der Prototyp hierfür ist eine Art Laufstall, der Cyberith Virtualizer, bei dem der Spieler in einen Ring aus Kunststoff steigt. Die speziell beschichtete Bodenplatte ermöglicht das Laufen auf der Stelle, das an den fiktiven Charakter, in den der Nutzer schlüpft, übertragen wird. Durch die Kopfhörer, die der Spieler zusätzlich aufsetzt, ist Orientierungslosigkeit durch fehlendes Seh- und Hörvermögen vorprogrammiert. So wird die Halterung um die  Hüfte als Verbindung­­ zur realen Welt sehr wichtig.

„Wahrscheinlich wird einem schnell schlecht“, merkt auch ein junger Technikbegeisterter an. Er kann sich zwar trotzdem vorstellen, ein solches Gerät zu Hause zu nutzen, allerdings befürchtet er zu hohe Anschaffungskosten. Ob sich diese Bedenken bestätigen lassen, wird sich schon sehr bald zeigen: Die Vision von einer virtuellen Welt im eigenen Wohnzimmer soll, laut Start-Up Unternehmer Engelhard, schon ab nächstem Jahr Realität werden!

 

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