Cristina aus Cádiz

Jedes Jahr zieht es Tausende von Studierenden aus aller Welt in fremde Länder. Sei es für ein Auslandssemester oder für ein Auslandspraktikum. Menschen, Kultur, Sprache, Lebensstil und Essen sind dabei die Hauptgründe. Jeder Einzelne dieser Studierenden möchte eine unvergessliche Zeit voller Abenteuer erleben.

Allein im Studienjahr 2016 hielten sich mehr als 30.000 Erasmus-Teilnehmer in Deutschland auf. Einige von ihnen kamen auch nach Nürnberg an die Hochschulen und Universitäten. Für Studierende organisieren die Hochschulen immer wieder kulturelle Veranstaltungen. Dieses Mal war das Thema: Länderabend Vietnam. Initiiert wurde diese Veranstaltung von der Katholischen Hochschulgemeinde für die Vernetzung der Studierenden unter sich oder auch um Einblicke in fremde Kulturen zu erhalten.

Eine von den vielen Austauschstudierenden vor Ort ist Cristina aus Cadiz, Spanien. Sie ist in Begleitung ihrer Freundin Katarina, ebenfalls Spanierin. Kennengelernt haben sie sich bei ihrem Praktikum. Cristina ist 22 Jahre jung und hat Chemical Engineering studiert. Im Dezember beendete sie ihr Studium erfolgreich mit einem Bachelor in dem Fachbereich. Danach hat sie sich für ein Auslandspraktikum an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm entschlossen. Ihr Praktikum absolviert sie an der Fakultät Angewandte Chemie der Hochschule.

 

Wieso hast du dich für ein Auslandssemester in Deutschland entschieden?

Cristina (links) und Katarina vor der Katholischen Hochschulgemeinde Nürnberg. Foto: Kristina Konrad

Cristina: Das war alles letztendlich Zufall, dass es Deutschland wurde. Mein Professor sagte mir, dass es noch freie Praktikumsplätze für Deutschland gibt. Daher habe ich die Chance ergriffen und mich entschieden mein Auslandssemester hier zu verbringen.
Ehrlich gesagt kam mir das auch sehr gelegen, denn ich wollte etwas anderes machen. Du musst wissen, die meisten Studenten wollen ins Warme ans Mittelmeer, zum Beispiel nach Italien oder Griechenland. Aber ich wollte Deutschland. Die Menschen hier sind so anders als in Spanien. Zudem wollte ich auch gleich eine neue Sprache lernen. Da kam mir Deutschland einfach richtig vor. Also wird vielleicht meine dritte Fremdsprache Deutsch.

Welche Vor- und Nachteile bringt für dich ein Auslandssemester in Deutschland?

Cristina: Ich habe mich auch für Deutschland entschieden, weil ich hier auf meinem Studiengebiet gefordert werde. Menschen die Chemieingenieurwesen studieren, haben hier viel mehr Möglichkeiten als beispielsweise in meiner Heimat, sei es in Bezug auf eine Arbeit sowie auch auf eine Entwicklung und ein Wachsen im Kompetenzbereich. Daher habe ich mich auch riesig gefreut, als mir mein Professor von dem Praktikumsplatz hier erzählte. Nachteile haben sich für mich hier bis jetzt noch gar keine ergeben.

Wie lange geht dein Praktikum hier?

Cristina: Leider nicht sehr lange. Im Großen und Ganzen ein Semester. Angekommen bin ich hier schon Ende Februar 2018 und meine Abreise ist für Ende Juni oder auch Anfang Juli geplant.

Wie sieht dein Alltag im Praktikum denn aus?

Cristina: Wir haben viele praktische Übungen im Labor. So haben wir immer was zu tun und uns wird nie langweilig. Neben den Übungen bereiten wir auch wissenschaftliche Studien vor.

Hast du hier vor einen Deutschsprachkurs zu besuchen?

Cristina: Unbedingt. Das war einer der Hauptgründe, um hierherzukommen. Ich wollte gerne Deutsch lernen. Seit meiner Ankunft hier lerne ich Deutsch und haben großen Spaß dabei.

War es schwer für dich, Deutsch zu lernen?

Cristina: Eigentlich nicht, da Deutsch dem Englischen sehr ähnelt. Es hängt auch viel von den Wörtern ab. Einige Wörter waren richtig schwer auszusprechen. Sonst ist es machbar. Zudem lebe ich in einer WG mit fünf deutschen Studenten und mit deren Hilfe werde ich es sicher schnell lernen.

Was gefällt dir denn hier in Deutschland?

Cristina: Als ich Ende Februar hier ankam, war es sehr kalt. Das war sehr ungewohnt für mich, aber auch eine tolle Erfahrung, da es bei uns im Süden Spaniens ständig warm ist. Ich liebe deutsches Essen vor allem Würste und Bier. Die schmecken hier so unheimlich gut. Ich esse hier wirklich sehr viel und gerne Fleisch. Was ich jedoch vermisse, ist Fisch, vor allem die große Auswahl, die es in meiner Heimat gibt. Ich muss aber auch gestehen, dass ich hier noch nicht viel Fisch gegessen habe. Irgendwie fürchte ich mich auch davor, ob es mir denn auch so gut schmecken wird, weil wir in Spanien doch sehr leckeren Fisch haben.

Hast du vor weiterhin hier in Deutschland zu bleiben?

Cristina: Nach dem Praktikum würde ich gerne in Deutschland bleiben, um meinen Master zu machen. Wenn ich hier bleibe, kann ich einerseits mein Deutsch verbessern, aber genauso auch mein Englisch. Zudem ist es hier viel günstiger zu studieren als in Spanien. Unsere Studiengebühren fallen um einiges höher aus.

Vermisst du deine Heimat schon?

Cristina: Ich vermisse noch nichts, dafür ist bisher zu wenig Zeit vergangen. Ich möchte versuchen, den Moment zu genießen und nicht an die Heimat zu denken. Ich habe hier bereits viele nette Menschen kennengelernt, sei es, weil ich in einem Studentenwohnheim lebe oder auch eben zu solchen Länderabenden gehe. Hier wird es einem nie richtig langweilig. Es gibt so viel zu unternehmen. Man hat ständig Leute um sich und es gibt auch so viele interessante Veranstaltungen für uns Austauschstudenten.

Das Interview wurde von Kristina Konrad geführt.

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