Deutscher Maschinenbau – „Botschafter für das Gütesiegel Made In Germany“

Berlin – Industrie 4.0 ist für den Erfolg des Maschinenbaus von immenser Bedeutung, so sieht das Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Und ebenso wichtig sei dafür die Zusammenarbeit zwischen Politik und Industrie. Auf dem siebten Maschinenbaugipfel in Berlin zeigt sich Gabriel ernüchtert….

Berlin – Industrie 4.0 ist für den Erfolg des Maschinenbaus von immenser Bedeutung, so sieht das Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Und ebenso wichtig sei dafür die Zusammenarbeit zwischen Politik und Industrie.

Auf dem siebten Maschinenbaugipfel in Berlin zeigt sich Gabriel ernüchtert. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung, sei Industrie 4.0 für 35 Prozent der Befragten kein Thema.
„Deutschland ist der Industrieausrüster der Welt. Wenn das in Zukunft so bleiben soll, dann muss die Industrie die Digitalisierung und Vernetzung von Produktion und Dienstleistungen vorantreiben.“, so Gabriel.
Der Trend lässt sich auch auf dem Maschinenbaugipfel selbst beobachten. 54 Prozent der Befragten beschäftigen sich, nach einer nicht repräsentativen Umfrage, gar nicht mit Industrie 4.0.

Qualifiziertes Personal ist der Schlüssel für deutsche Unternehmen voranzukommen.
Für den Erfolg von Industrie 4.0 und somit auch der deutschen Industrie sei die Förderung der dualen Berufsausbildung nötig. „Das ist eine der zentralen Aufgaben. Damit Deutschland in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt“, sagt Gabriel. Die berufliche Bildung müsse das „zentrale Standbein der industriellen Entwicklung“ in Deutschland bleiben. 2013 haben rund eine halbe Millionen Jugendliche einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Dies berichtet das Statistische Bundesamt. Fast ebenso viele begannen im gleichen Jahr ein Studium. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl abgeschlossenen Ausbildungsverträge ging dagegen um 4,3 % zurück. Gabriel empfahl, viel für die Gleichstellung der beruflichen und akademischen Bildung zu tun. Er konkretisierte seine Aussage: würde das Bafög für Studierende erhöht, so müsse auch das Meister-Bafög angehoben werden.

Doch nicht nur die Fachkräfte von morgen sichern die Zukunft der deutschen Maschinenbaubranche – auch die Exporte. VDMA Präsident Reinhold Festge betonte, die Sanktionen gegen Russland würden dem deutschen Maschinenbau schaden. Gabriel bezieht hier klar Stellung. Er sieht die Sanktionen als unausweichlich: „Wenn das unbeantwortet geblieben wäre, was wäre wohl die Lehre für die europäische Politik der nächsten 20 bis 30 Jahre? Ich bin sicher wir würden in sehr unsicheren Zeiten leben.“ Ob Wirtschaftssanktionen in der heutigen Zeit noch opportun sind, wäre zu hinterfragen. Deshalb betonte er, dass keine Türen endgültig geschlossen würden. Exportanträge, die vor der Verhängung der Sanktionen geschlossen worden waren, seien zum Großteil schon bearbeitet worden. Bis Ende November solle auch noch über die Zulassung neuerer Exportanträge entschieden werden.

Gabriel kennt die Bedeutung der Exportstärke des deutschen Maschinenbaus.
Mit einer Quote von 76% halte sie den größten Anteil an deutschen Exportgütern.
„Das Kernproblem der ökonomischen Entwicklung ist die schwäche Europas.“, so Gabriel. Auch die USA ist ein wichtiger Exportmarkt für Maschinenbau. Darin stimmen der VDMA und der Bundeswirtschaftsminister überein. Das TTIP müsse nach ihrer Ansicht Erfolg haben. Gabriel wünscht sich klare Entscheidungen und weniger Diskussionen um „Chemikalien in Lebensmitteln“. Das TTIP sei die „letzte Chance, Standards für den internationalen Freihandel durch ein Abkommen der beiden größten Weltmärkte zu bestimmen“. Das nächste Freihandelsabkommen würde, so schätzt Gabriel, die Handelsräume der Asien- und Pazifikräume verbinden. Das TTIP bietet vor allem für mittelständische Unternehmen Vorteile. Sie wären bei Erfolg des Abkommens in der Lage ihre Absatzmärkte zu vergrößern.

„Wir müssen, so wie andere Länder auch, gemeinsam mit der Industrie definieren, was unsere strategischen Ziele für die Entwicklung in unserem Land, in Europa, aber auch weltweit [sind].“, so Gabriel.
Es ginge schließlich darum, der Industrie möglichst gute Rahmenbedingungen zu geben, die sie brauche, um auf ihrem Feld erfolgreich zu sein.

Barbara Hofler

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