„Die Mitarbeiter sind unsere wichtigste Ressource!“

Welche Bedeutung hat eine wertorientierte Geschäftsführung und wie wichtig ist eine nachhaltige Führungskultur im Unternehmen? Ein Forum hat am zweiten Tag des siebten Deutschen Maschinenbaugipfels in Berlin versucht, seine Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Fragestellung ein Stück näher zu bringen. Dabei…

Welche Bedeutung hat eine wertorientierte Geschäftsführung und wie wichtig ist eine nachhaltige Führungskultur im Unternehmen? Ein Forum hat am zweiten Tag des siebten Deutschen Maschinenbaugipfels in Berlin versucht, seine Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Fragestellung ein Stück näher zu bringen. Dabei haben zwei Unternehmer ihre eigenen, ganz persönlichen Geschichten und Werte auf dem Forum – ausgerichtet vom Bundesverband Wertorientierte Unternehmensführung – offen und geradeheraus mit den Besuchern geteilt.

Jens Hauke Wellhöner ist der Leiter des Konzernpersonals bei der Wacker Neusen Group im Hochpreisland München und kämpft am bayerischen Standort für gut ausgebildete Fachkräfte, Vollbeschäftigung und Zukunftsmärke gegen lokale Konkurrenz wie BMW und Audi. Der 43-Jährige setzt beim dem aktiendotierten Familienunternehmen mit einem jährlichen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro Umsatz auf Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit und adäquate Ressourcennutzung. Seit 2008 seien alle Bauwerke – egal, ob Büro-, Fertigungs oder Lagergebäude – neu errichtet und nach den aktuellsten Energiestandards ausgerichtet, so Wellhöner. „Wir möchten unseren Mitarbeitern in den neuen Räumlichkeiten eine angenehme Arbeitsumgebung garantieren“, erklärt er. „Denn sie sind unsere wichtigste Ressource und stehen absolut im Mittelpunkt. Deshalb ist eine wertorientierte Führung entscheidend – bei uns nach dem Motto: Behandle deine Mitarbeiter so, wie du möchtest, dass sie auch deine Kunden behandeln.“

DSC_0149Diese mitarbeiterorientierte Unternehmensführung war für Bernd Münstermann aus Bielefeld nicht immer selbstverständlich. Der gelernte Fahrzeugbauer und studierter Ingenieur übernahm 1978 in der fünften Generation die Münstermann GmbH, die Trocknungs- und Fördertechniken, Speichertrommeln und Entstaubungsanlagen vertreibt. „Als oberster Entscheider war ich immer davon überzeugt, dass ich sowieso der beste Chef, Verkäufer, Einkäufer und Mitarbeiter bin. Das musste ja schief gehen“, erzählt Münstermann. „Als dann 2002 die große Krise kam, hat mir die Bank einen Kredit verweigert.“ Nicht die Wirtschaftskrise sei das Problem, sondern er selbst, habe der Banker ihm erklärt, so Münstermann. Und eigentlich habe er damit Recht gehabt.

30 von 150 Mitarbeitern mussten gehen, eine Beratungsfirma kommen und Bernd Münstermann sich selbst völlig aus den Entscheidungsprozessen heraus nehmen. Und umfassende Maßnahmen ergreifen. „Ich habe Controlling-Zahlen, Aufträge und alle Abläufe für meine Mitarbeiter völlig offen gelegt und meine gesamte Entscheidung weiterdelegiert“, erklärt er. Damit habe er Transparenz schaffen, seinen Mitarbeiter Vertrauen schenken und eine völlig neue, auf die Mitarbeiter ausgerichtete Unternehmenskultur kreieren wollen.

Bernd Münstermann hat seine gesamte Entscheidungsgewalt an seine Führungskräfte abgegeben – und mit diesem Entschluss seiner GmbH kontinuierlichen Aufschwung gebracht. Eine Sache bleibt aber, was er sich niemals nehmen lässt: „Die monatlichen Lohnzettel verteile ich immer selbst. Ich nehme mir dafür auch fast zwei Tage Zeit. So gelingt es mir, zu jedem Mitarbeiter den persönlichen Kontakt zu wahren. Denn er ist das wichtigste.“

Maria Heinrich

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