Die Ohmcard: die intelligente Technik der Karte sorgt für ihre multifunktionelle Einsetzbarkeit. (Quelle: Janet Petrovic)

Die Ohmcard: ein multifunktioneller Begleiter

Julian schiebt seinen Studentenausweis in den Schlitz des Automaten, links am Eingang der Mensateria am Keßlerplatz in Nürnberg. Das Surren der Maschine geht förmlich im Stimmengewirr der Studenten unter.

„Hier lade ich meine Karte immer auf. Zwar muss man hier öfters mal anstehen, aber an den zweiten Automaten in der Bibliothek denke ich einfach nie“, erklärt Julian lachend, während er eine Handvoll zwei- Euro- Münzen in den Schlitz wirft. Jeder immatrikulierte Studierende der Technischen Hochschule in Nürnberg erhält die sogenannte OHMcard, ein Ausweis in Form einer Multifunktionskarte. Aufladen, Validieren, Zahlen. Ob in der Bibliothek, in der Mensa oder als Legitimation für die bargeldlosen Zahlungen verschiedener Leistungen, immer wieder wird ausschließlich die Chipkarte gefordert.

Eine weltweite Rabattmarke 

Im vierten Stock des Hochschulkomplexes der Technischen Hochschule befindet sich die Valdierungsstation (Quelle Janet Petrovic)

Die Valdierungsstation. Foto: Janet Petrovic

Doch nicht nur im Studentenalltag ist der Ausweis nützlich, denn wer die Chipkarte clever im Alltag einsetzt, kann bares Geld sparen. Viele Unternehmen buhlen um die Gunst der Studenten. Daher dient die Karte nicht nur als vielseitiger Rabattcoupon für Musicals, Schwimmbäder, Impfungen oder Wurzelbehandlungen, sondern kann einem auch Sparabos bei großen Magazinen oder Zeitungen verschaffen, wie beispielsweise der Süddeutschen Zeitung oder der WELT. Selbst im Ausland können Studenten von individuellen Vergünstigungen profitieren. Hierfür muss jedoch erst die „International Student Identity Card“ im Internet angefordert werden. Ob ein Spezialeintritt im römischen Kolosseum oder im British Museum in London, die ISIC ermöglicht Studenten, Schülern und Lehrern Rabatte in über 130 Ländern.

Sie ist der einzige, weltweit anerkannte, internationale Studentenausweis. „Das Ziel unserer Organisation ist es, Studenten beziehungsweise jungen Menschen, eine internationale Vernetzung zu ermöglichen. Wir wollen ihnen die Chance bieten, reichlich an Erfahrung im Ausland zu sammeln und vor allem eine globale, akademische Gemeinschaft zu fördern“, erklärt eine Mitarbeiterin von ISIC Association. Doch es sind nicht nur die vielseitigen Rabatte, die einen zum Staunen bringen. Denn das intelligente, technische System, das hinter der Chipkarte steckt, führt zu ihrer unkomplizierten, multifunktionalen Einsetzbarkeit.

 

Kontaktloser Informationsaustausch

Die Ohmcard: 8,5 cm x 5,4 cm unterstützen den kleinen Geldbeutel

Die Ohmcard: 8,5 cm x 5,4 cm unterstützen den kleinen Geldbeutel. Foto: Janet Petrovic)

„Die Karte muss in ausreichender Nähe zum Lesegerät gebracht werden, damit ein Informationsaustausch stattfinden kann. Das Lesegerät erkennt die Karte und liest die gespeicherten Informationen aus. Dafür ist das Frequency IDentification Verfahren, kurz RFID, verantwortlich“, erklärt Michael Nielsen, Ingenieur und Experte für Chipkarten. Bei dem RFID-Verfahren werden Mikrochips eingesetzt. So werden Dinge und Lebewesen für Computer erkennbar gemacht. Die Mikrochips sind Teil von sogenannten Transpondern, die in die Karte des Studentenausweises verbaut sind. Ein Transponder ist ein Funk-Kommunikationsgerät, das eingehende Signale aufnimmt und automatisch weiterleitet. Die Karte besteht aus drei dünnen PVC-Folien, in deren Mitte ein RFID-Transponder eingearbeitet ist. Der besteht aus einem Mikrochip und einer Antennenspule, die mit dem Mikrochip verbunden ist und Radiowellen empfangen kann.

Der Mikrochip verfügt über einen Speicher und einen Prozessor zur Verarbeitung von Informationen. Es können Daten gespeichert und von den Lesegeräten ausgelesen werden. Wenn sich darunter eine Identifaktionsnummer befindet, wie es auch bei der Ohmcard der Fall ist, kann der Transponder somit eindeutig seinem Besitzer zugeordnet werden. Das Besondere am RFID-System ist der kontaktlose Informationsaustausch zwischen Transponder und Lesegerät. RFID- Systeme nutzen hierzu Radiowellen. „RFID-Systeme werden immer beliebter und vor allem immer häufiger im Alltag eingesetzt. Wir dürfen also gespannt sein, wo sie in Zukunft weitere Verwendungszwecke erfüllen werden“, erzählt Michael Nielsen mit einem Schmunzeln.

 

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