„Die Urbanisierung ist der Keim des wirtschaftlichen Lebens“

Pünktlich zum Auftakt des 7. Maschinenbau-Gipfels spricht Prof. Dr. Robert Kappel, Senior Researcher, GIGA German Institute of Global and Area Studies in Hamburg, über die Märkte in Afrika und Chancen und Risiken, die sich bei einer Expansion nach Afrika bergen….

Pünktlich zum Auftakt des 7. Maschinenbau-Gipfels spricht Prof. Dr. Robert Kappel, Senior Researcher, GIGA German Institute of Global and Area Studies in Hamburg, über die Märkte in Afrika und Chancen und Risiken, die sich bei einer Expansion nach Afrika bergen.

Unter der Leitung von VDMA-Präsidenten Dr. Reinhold Festge und der Moderatorin und Journalistin Nina Ruge, wurden Unternehmer im Publikum nach geplanten Aktionen im Raum Afrika befragt. 47 Prozent der anwesenden Unternehmer gestalten bereits aktiv Strategien in Afrika aus und 12 Prozent planen es in den kommenden 15 Jahren. Ballungszentren sind hierbei Süd- und Nordafrika. Doch das sich nur knapp die Hälfte des unternehmerischen Publikums dafür entschieden haben, in Afrika aktiv zu werden, liegt an der Einstellung zu dem Kontinent. „Die Diskussion beim Thema Afrika schwankt zwischen Optimismus und Pessimismus. Afrika liegt zwischen Hoffen und Bangen“, kreidet Kappel an. Er hielt in einem Forum einen Vortrag zur wirtschaftlichen und politischen Entwicklung in Afrika.

Blickt der Optimist auf Afrika, sieht er das Kontinent im Take-Off und sieht die Chancen im hohen Wachstum und indem, dass die Armut sieht. Der Blick auf die Schattenseite zeigt jedoch auch, dass der Wachstum vor allem durch die Rohstoffpreise bedingt ist und dies keinen fundamentalen Wandel darstellt. Um einen wirtschaftlichen Erfolg als Unternehmen erzielen zu können, sei es laut Kappel zunächst notwendig, ein besseres Umfeld für Unternehmer aller Welt zu schaffen. Doch schon die heutige Situation verspricht Möglichkeiten für eine bessere Zukunft in Afrika. Die heutige Entwicklung zeigt in vielen Ländern ein recht hohes Wachstum, wie auch in den Exporten und Importen. Afrika verfügt über Devisen und die Staaten haben steigende Steuereinnahmen und investieren mehr. Auch die Nachfrage nach internationalen Produkten steigt. Vor allem ist auch die zunehmende Urbanisierung Afrikas ein maßgebender Faktor. „Urbanisierung ist der Keim des wirtschaftlichen Lebens“, sagt Kappel zuversichtlich. Doch die Potenziale des Kontinents sind noch lange nicht ausgeschöpft. „Afrika hat Potenzial, das aber weiter ausgeweitet werden kann“, so Kappel. Afrika benötige eine verbesserte Infrastruktur, wodurch die Marktintegration verstärkt wird und die Wachstumsimpulse in Gang gesetzt werden. Auch das Bildungsniveau müsse nach oben gezogen werden, das den technologischen Fortschritt und damit das wirtschaftliche Wachstum einer Volkswirtschaft fördert. Zudem sei auch die Entwicklung des Finanzsektors erforderlich. Einer der größten Gefahren sieht Kappel in den institutionellen Rahmenbedingungen: „Gefahren politischer Art sind es, die die Wirtschaft gefährden.“ Slim Lamine, Area Manager für Afrika der Firma Jungheinrich Export AG & Co. KG, geht einen Schritt weiter. „Man muss vor Ort sein und sich mit dem Kunden und der Kultur auseinandersetzen, um überhaupt erfolgreich sein zu können“, erklärt Lamine, „Die Afrikareise ist nicht einfach, aber auch in den kleinsten Ländern gibt es Potenziale.“

Peggy Zilay

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