Diskussionsbedarf am Mediencampus

Mit verschiedenen Veranstaltungen, Seminaren und Ausstellern lockten die Medientage Studenten, Journalisten und andere Medieninteressierte in ihre Hallen. Vom 16. bis zum 18. Oktober warben Arte, der Bayrische Rundfunk, Sky, ProSieben und viele weitere Akteure der Medienbranche für ihre Produkte, Konzepte…

Mit verschiedenen Veranstaltungen, Seminaren und Ausstellern lockten die Medientage Studenten, Journalisten und andere Medieninteressierte in ihre Hallen. Vom 16. bis zum 18. Oktober warben Arte, der Bayrische Rundfunk, Sky, ProSieben und viele weitere Akteure der Medienbranche für ihre Produkte, Konzepte und ihr Engagement. „Ausbildung oder ausprobieren?“ war das Motto einer dieser Veranstaltungen auf den Münchner Medientagen. Eine Diskussionsrunde zum Thema eigenverantwortliche Onlinepublikationen.
Im Bereich des MedienCampus wurde wild diskutiert. Andrea Lindner, Landesvorstand der Jungen Presse Bayern, moderierte das Spektakel und wollte Nachwuchsjournalisten darauf aufmerksam machen, dass Blogs, Twitter und andere Soziale Medien aus der heutigen Medienwelt nicht mehr wegzudenken sind.

Thomas Mrazek ist Blogger und freier Journalist. Trotz seiner klassischen Ausbildung rät er zum Ausprobieren und frech sein, dennoch solle man gewisse Grundregeln einhalten. Ihm gegenüber stehen fünf weitere Gäste, im Gegensatz zu Mrazek, aktive Blogger.

Miriam Trescher hat ihre Ausbildungsstelle ihrem Blog zu verdanken. Sie wurde zunächst abgelehnt, konnte dann aber ihre Publikationen vorweisen, was ihr die Stelle schlussendlich verschaffte. Sie ist der Meinung, dass es für jeden der im Bereich Medien arbeiten möchte, von Vorteil ist, sich kreativ auszutoben. Ob auf Youtube, Twitter oder im eigenen Blog. Allerdings solle das Thema mit Bedacht gewählt werden, um Leser zu gewinnen und zu halten.

Mode- und Lifestyle-Bloggerin Luisa Lión schreibt ausschließlich über Dinge, hinter denen sie auch persönlich steht. Durch Werbung auf ihrer Website kann sie sich inzwischen durch das Bloggen selbst finanzieren. „Mein Blog ist mein Leben“, sagt sie. Sie habe ihn wie ein Baby geboren und großgezogen, daher würde sie ihn niemals aufgeben. Sie widmet ihm täglich acht Stunden.

Währenddessen hat Philipp Walulis, Hörfunk- und Fernsehmoderator, nur noch eine Stunde am Tag Zeit für seine Fans. Ihn treibt in erster Linie der Spaß und das Vergnügen am Schreiben an, was er auch jedem anderen ans Herz legt. Er schämt sich auch nicht für seine alten Beiträge und Videos, er findet sie eher amüsant.still1110_00000

„Technologie sagt nichts über Qualität aus“, sagt Dirk von Gehlen, der Leiter von Social Media/Innovation der Süddeutschen Zeitung und Chefredakteur von jetzt.de. Er selbst hat mit Twitter angefangen. Sein Tipp: Man solle studieren und falls das resultierende Berufsbild nicht seinen Vorstellungen entspricht, in diesem Bereich journalistisch arbeiten. Andernfalls solle man die Finger vom Journalismus lassen.

Mit Verspätung traf Richard Gutjahr ein, Reporter, Blogger und Moderator. Noch mit dem Mikrofon einer anderen Veranstaltung in der Tasche, setzte er sich auf den Sessel und begann mit seinem Schlusssatz: „Die Jugend ist nicht das Problem!“ Er mag Themen, mit denen er andere mit dem gleichen Eifer anstecken kann, den er selbst an den Tag legt. Seine große Idee dabei ist ein „Spoiler Alert“-Blog.

Am Ende ist der Konsens klar: Jeder mit Interesse am Journalismus sollte sich einen Blog oder eine ähnliche Plattform zulegen und aktiv publizieren, da das Berufsbild vor Allem Praxiserfahrung verlangt. Machen, nicht reden. Hinfallen, aufstehen und besser werden. Und sich einen Bereich suchen, in dem man sich besonders gut profilieren kann.

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