Die Oral B. Genius

Dr. med. dent. fürs heimische Badezimmer

Die Oral B. Genius – Zähneputzen auf höchstem technischem Niveau

Jeder hat sie zu Hause im Bad stehen und nutzt sie im Idealfall zweimal am Tag für zwei bis drei Minuten. Die Zahnbürste gehört zum täglichen Badezimmeraufenthalt dazu. In manchen Fällen musste die Handzahnbürste bereits einem elektrischen Modell weichen.

Schnellere, gründlichere und zugleich schonendere Reinigung und viele Zusatz-gadgets sind die Vorteile der modernen Variante.

Das Fraunhofer Institut und der US-Konzern Procter & Gamble gehen noch einen Schritt weiter und folgen damit dem Trend der App-gestützten Gesundheitsbewegung. Sie haben in einer dreijährigen Kooperation eine Zahnbürste mit einer Schnittstelle zum Smartphone entwickelt, die das Zähneputzen auf eine neue Ebene heben soll.

Die Oral B. Genius

Die Oral B. Genius Foto © Procter & Gamble

 

Hightech-Zahnreinigung
Die Software der Oral B. Genius arbeitet mit Sensoren in der Zahnbürste und mit der Frontkamera des Handys. Dabei sammelt sie Daten über Putzzeit und -intensität und generiert auf dieser Grundlage Ratschläge, wie der Benutzer die Zahnpflege verbessern kann.

Das Smartphone wird mit einem Saugnapf auf Augenhöhe am Spiegel befestigt und per Bluetooth mit der Zahnbürste verbunden. Sobald der Anwender mit dem Zähneputzen beginnt, überträgt die Oral B. Genius Daten ans Handy – simultan und ohne Verzögerung. Auf der Benutzeroberfläche der App verfärben sich dann nach und nach die sechs verschiedenen Segmente, in die das Gebiss aufgeteilt wird, von blau zu weiß. Weiß ist gut – an blauen Stellen muss noch nachgeschrubbt werden.

Ermöglicht wird das durch eine Sensorfusion, die die einzelnen Bauteile der eingesetzten Technik möglichst ideal miteinander verbindet. Der erste Teil ist die sogenannte Shore-Technologie. „Sie erkennt

Benutzeroberfläche der App zeigt auf dem Handydisplay blaue und weiße Bereiche

Benutzeroberfläche der App zeigt auf dem Handydisplay blaue und weiße Bereiche Foto: © Procter & Gamble

Handhaltung und Kopfbewegungen des Nutzers“, erklärt Jochen Seitz, Gruppenleiter für Mehrsensorsystem am Fraunhofer Institut. Eigentlich wird die Bildsensorik bei der Marktanalyse eingesetzt, um Reaktionen von Kunden und potentiellen Käufern zu analysieren. „Sie verarbeitet gesammelte Bilder in Echtzeit und das so genau, dass sie außerdem in der Lage ist, Alter, Geschlecht und sogar Emotionen zu erkennen“, ergänzt Seitz. Der Nachteil für die Anwendung bei der Oral B. Genius ist lediglich, dass die Kamera den Bürstenkopf nicht erfassen kann – denn der befindet sich ja im Mund des Anwenders.

Hier kommt der zweite Bauteil der Sensorfusion, die Inertialsensorik ins Spiel. Im Handstück der Zahnbürste lagern Sensoren, die Daten über Abläufe sammeln, die die Kamera nicht sehen kann. Das sind neben der

Bürstenbewegung im Mund auch Druck und Rotationsgeschwindigkeit. Marcus Bocksch ist Projektleiter für die Gruppe Mehrsensorsysteme am Fraunhofer Institut. „Die Kombination der Daten zu Position und Bewegung mit der Bildanalyse ermöglich exakte Angaben, ob jeder Zahn ausreichend lang und vollständig geputzt, oder ob Bereiche ausgelassen wurden“, erklärt er.

 

Medizinischer Nutzen und Motivation

„In der Entwicklung haben natürlich auch Zahnärzte mitgearbeitet“, so Seitz. Es ist bereits vorgesehen, dass Tipps des Zahnarztes in die App eingepflegt werden können. Gibt es zum Beispiel Bereiche, die besonders vorsichtig geputzt werden müssen, ruft die App das dem Benutzer bei jedem Schrubben erneut ins Gedächtnis. Die Daten können regelmäßig an den Zahnarzt weitergeleitet werden, der die Putzratschläge dann immer weiter verfeinert.

Neben diesem medizinischen Aspekt ist klar, dass die intelligente Zahnbürste wie etliche andere Gesundheits-Apps ein Motivationstrainer ist.

Hier scheiden sich wie bei den meisten Gesundheits- und Fitness-Apps die Geister – dem einen mag es überflüssig erscheinen, sich jeden Tag vor der Linse die Zähne zu putzen, begleitet von Nachrichten- und Wetter-Feed, und sich im Anschluss von ihrem Handy kritisieren zu lassen. Die anderen hingegen sind begeistert.

 

Stolzer Preis für Zahnputzwunder
Wie die Evolution der Zahnbürste ankommt, zeigt sich voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres. Bis dahin will der US-Kon

Zahnreinigungsstation mit Zubehör

Zahnreinigungsstation mit Zubehör Foto: © Procter & Gamble

zern Procter & Gamble die intelligente Zahnbürste auf den Markt bringen. Wer den persönlichen Zahnarzt dann ausprobieren möchte, muss dann angeblich, je nach Ausstattung, zwischen 100 und 250 Euro hinlegen.

 

Um technischen Fortschritt und Motivation geht es auch im nächsten Beitrag. Mit Spaß hat das Thema allerdings nicht mehr sehr viel zu tun.

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