Eine Verschränkung zwischen Produktdesign und Produktentwicklung

Der CEO der Siemens Division Motion Control, Dr. Robert Neuhauser, hat auf dem 7. Maschinenbau-Gipfel in Berlin die Potentiale der additiven Fertigung für den Maschinenbau aufgezeigt. Es sei der Weg für innovative Fertigungen. Der Trend geht hin zu einer schnellen…

Der CEO der Siemens Division Motion Control, Dr. Robert Neuhauser, hat auf dem 7. Maschinenbau-Gipfel in Berlin die Potentiale der additiven Fertigung für den Maschinenbau aufgezeigt. Es sei der Weg für innovative Fertigungen. Der Trend geht hin zu einer schnellen Umsetzung von Produktkonzeption bis hin zur Entwicklung. Diese Entwicklung prägt Strategien und Maßnahmen vieler Maschinenhersteller, Fertigungsunternehmen und Produzenten.

Das additive Verfahren kennt jeder. „Der normale Hausbau ist additiv – Sie bauen das Haus Schicht für Schicht“, simplifiziert Neuhauser zunächst das Thema. Additive Manufacturing hätte nach Neuhauser aber auch das Potential, zu einer der zentralen Technologien zukunftsorientierter Fertigungskonzepte zu werden. Im Maschinenbau gibt es bereits einen klaren Trend zu industriellen additiven Anwendungen. Daraus bieten sich neue Potenziale, indem die additive Fertigung mit spanabhebenden Technologien und Linienkonzepten kombiniert wird. Das hat zur Folge, dass sich die Abläufe in den Werken ändern und sich die Kernkompetenzen verlagern : von der Fertigung auf den Lebenszyklus des Produktes – Design, Konstruktion, Optimierung bis hin zur Verifikation, auch mit Hilfe cyberphysischer Systeme. „Wir sehen eine Verschränkung zwischen Produktdesign und Produktentwicklung“, hebt Neuhauser hervor.

Die additive Fertigung greift mit der Software also ineinander: Design- und Simulationstools, die CAD-CAM-Kette sowie die von der CNC geprägte Funktionalität der Maschine haben Einfluss auf den Gesamtaufwand, die Gesamteffizienz, und die mit der additiven Fertigung erzielte Produktqualität. Neuhauser merkt hier jedoch an: „ Die CAD/CAM- Kette ist zwar vereinfacht, man muss sich jedoch trotzdem auskennen.“

Hervorzuheben sei zudem eine maximale digitale Transparenz der Daten und die Abstimmung der Funktionen aller technischen Instanzen – von der Ideenskizze bis hin zu den protokollierten Fertigungsdaten.

Doch Neuhauser ist sich auch über die Risiken im Klaren: „Wir sind schon aus der Desillusionierung draußen. Wir wissen, was die Probleme sind. Es ist viel zu tun, aber wir wissen auch, worauf wir uns einlassen und sehen die Chancen für die Zukunft.“ Hierbei spielt Neuhauser auf den hohen Kostenfaktor an, den diese Art der Fertigung mit sich bringen würde, wenn die Bauweise nicht geändert werde. Hier müsse also eine neue Herangehensweise konzipiert werden.

Doch Neuhauser unterstreicht seine persönliche Sicht zum Thema: „Die additive Fertigung ersetzt nicht das subtraktive Verfahren. Es wird jedoch unsere Landschaft und die existierenden Themen verändern. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass die Simulation und Verschränkung additiv extrem beschleunigt werden“, erklärt Neuhauser, „Auch die nachkommenden Generationen werden diesen Prozess beschleunigen. Der traditionelle Maschinenbau auch bringt viel mit, um dies zu einer Industrie- und Massenproduktion zu machen.“

Der Weg ist also schon da. Er muss nur noch geebnet werden.

Peggy Zilay

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