Faszination Unterwasserwelt: Tauchen und Technik

„Jeder Tauchgang ist anders und neu faszinierend. Das lässt mich nicht los.“ Oliver Lutz, Inhaber der Tauchsport-Akademie, taucht seit über 25 Jahren. Seine Begeisterung für das Tauchen hat sich seitdem nicht verändert.

Die Ausrüstung und auch die Art und Weise der Ausführung haben sich allerdings weiterentwickelt. Dadurch ist Tauchen heute ein sehr sicherer Sport.

Sicherheitsaspekt Ausrüstung

Viele Geheimnisse der Unterwasserwelt sind noch nicht gelüftet. Foto: Lukas Dornauer

Vor allem die Ausrüstung trägt zum Schutz bei. Lutz kennt die Technik: „Wenn du die normale Ausrüstung wie Maske, Flossen und Schnorchel außen vorlässt, ist das Wichtigste erstmal das Luftversorgungssystem. Da hast du die Flasche und den Atemregler. Am Atemregler ist dann auch das Teil, das du im Mund hast und das dir dann die Luftversorgung auf jeder Tiefe, zu jedem Druck und zu allen Umgebungsbedingungen gibt.“ Zusätzlich gäbe es dann noch einen zweiten Atemregler, der wäre für den Notfall. Wenn der Partner zum Beispiel keine Luft mehr hätte, bekäme er durch diesen Teil seine Luft.

Außerdem gehören zur Luftversorgung  Überwachungsinstrumente. Das Finimeter zeigt an, wie viel Druck noch in der Flasche ist. Am Atemregler ist dann noch der Inflatorschlauch, der eine Verbindung zum Tarierjacket herstellt. Über diese Weste, die der Taucher anhat, kann er bequem Luft ein- oder auslassen und somit auf jeder Tiefe konstant schweben.

Auf dem Tauchcomputer in Form einer Uhr kann der Taucher die Uhrzeit, die Tiefe, die Aufstiegsgeschwindigkeit und die verbleibende Unterwasserzeit ablesen. Damit weiß er genau, wann er wieder auftauchen muss. Früher stand das alles in einer Tabelle.

 

In der Druckluftflasche befindet sich die komprimierte Luft, die der Taucher einatmet. Foto: Lukas Dornauer

Sicherheitsaspekt Ausübung

Allerdings hat sich auch die Art der Ausübung in den letzten Jahren stark gewandelt. „Früher, von der Ausbildung hergesehen, da bist du noch ganz anders unterwegs gewesen“, weiß Lutz aus eigener Erfahrung. „Da war es ganz normal, dass sogenannte Dekompressionstauchgänge gemacht wurden. Du bist also sehr lange unten geblieben und musstest dann auf dem Weg nach oben Dekrompessionsstopps einlegen, quasi in verschiedenen Tiefen für einige Minuten stoppen.“

Heutzutage werden Sporttaucher im sogenannten Nullzeittauchen ausgebildet. Unter Einhaltung einer bestimmten Aufstiegsgeschwindigkeit darf der Ausübende durchweg nach oben auftauchen, ohne Stopps einzulegen. Das gäbe einem zusätzlich ein gutes Gefühl, sagt Lutz. „Weil die Schulen das Nullzeittauchen seit vielen Jahren vermitteln, ist es äußerst sicher geworden.“

Das Wetter außerhalb des Wassers ist hingegen in der Regel kein Grund, um nicht tauchen zu gehen. „Natürlich muss der Taucher aufpassen – in einem See der gefrieren könnte ist das unter Wasser gehen nicht zu empfehlen“, sagt Lukas Dornauer, der seit ein paar Jahren in seiner Freizeit tauchen geht. Ansonsten würden die normalen Regeln für das Wasser gelten. „Wenn es gewittert, sollte sich allgemein keiner im Wasser aufhalten. Und wenn es sehr stürmisch ist, dann natürlich auch nicht. Aber sonst, wenn es draußen 40 Grad hat, dann ist das im Wasser ziemlich egal.“

Auch einheitliche Standards für die Tauchscheine tragen zur Sicherheit bei. Verschiedene Arten weißen den Ausbildungsstand des Tauchers nach. Sie bescheinigen dem Taucher beispielswiese welche Tiefen er unterschreiten oder ob er Gruppen anführen darf. Dadurch wird ein einheitlicher Kenntnisstand garantiert. Fachliteratur wie das offizielle Buch für das deutsche Tauchsportabzeichen vermitteln das inhaltliche Wissen. Schulen bieten Kurse für jede Altersgruppe und Wissensstand an.

 

Anfänger üben vor allem im klaren Wasser. Foto: Lukas Dornauer

Unfälle passieren meist aus Selbstüberschätzung

Trotz aller Vorkehrungen würden beim Tauchen immer wieder Unfälle passieren, sagt Lutz. „Das ist dramatisch, vor allem für die Familien. Bei weiterem Nachhaken, sagt mir mein Bauchgefühl allerdings, dass 90 Prozent selber schuld sind. Einfach weil sie ihre Grenzen bewusst überschritten haben.“

Denn Tauchen ist ein sehr sicherer Sport, solange sich der Ausführende an die Regeln hält und die Ausrüstung regelmäßig warten lässt. „Das ist wie beim Auto, da gibt es auch Wartungsintervalle, und wenn der Fahrer die beherzigt, dann ist das ganze System sehr zuverlässig“, weiß Lutz. Wenn der Taucher all dies berücksichtigt, dann steht der faszinierenden Unterwasserwelt nichts mehr im Weg.

Dornauer ist überzeugt: „Wer sich an die Spielregeln hält, dem kann so gut wie nichts passieren.“

 

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