Gibt’s hier was umsonst? Sharing is Caring!

Wer Samstagmittag durch die Rothenburger Straße in Nürnberg schlendert und sich unverhofft durch eine Menschenmenge schlängeln muss, sollte eventuell innehalten: Der Umsonstladen hat geöffnet. Und ja, hier gibt’s was umsonst.

Wer Samstagmittag durch die Rothenburger Straße in Nürnberg schlendert und sich unverhofft durch eine Menschenmenge schlängeln muss, sollte eventuell innehalten: Der Umsonstladen hat geöffnet. Und ja, hier gibt’s was umsonst. Von der ausrangierten Abendgarderobe über die Vase im 60er Jahre Stil bis hin zu Weltliteratur ist hier alles vertreten, was dem jeweiligen Vorbesitzer zu schade war, um es wegzuwerfen. Und davon profitieren die Besucher – jeder darf sich drei Gegenstände pro Öffnungstag aussuchen und mitnehmen. Verlangt wird dafür nichts. Wer möchte und die Möglichkeit hat, kann eine Spende abgeben. „Viel kommt dabei nicht zusammen, etwa 50 Euro im Monat“, sagt Gründerin Dorothea Kopic. Zwanzig Quadratmeter misst der Laden, in dem sich während der Öffnungszeiten die verschiedensten Charaktere tummeln. Arm, Reich, Jung und Alt sind dabei gleichermaßen gern gesehen.

Das Projekt, das größtenteils von den Jesus-Freaks Nbg. getragen wird, existiert seit 2008 und erfreut sich regen Zuspruchs in Gostenhof. Kistenweise Geschenke zum Weiterverschenken werden wöchentlich angenommen und von ehrenamtlichen Mitarbeitern einsortiert. Sie halten den Laden außerdem in Schuss und übernehmen die notwendige Lagerarbeit. Leider gebe es auch immer wieder Fälle von Missbrauch, bei denen Gegenstände aus dem Umsonstladen auf dem Flohmarkt landen, so Kopic.

Offensichtlich wird die Philosophie des Ladens nicht immer richtig verstanden – zumindest aber nicht respektiert. Das Projekt soll laut eigenen Angaben gelebte Waren- und Konsumkritik sein, was sich schon im ironischen Namen widerspiegele. „Der Umsonstladen soll aus den Fähigkeiten der sich aktivierenden Menschen eine Projektgemeinschaft aufbauen, die ein Stück Erwerbsarbeit durch verabredete und spontane gegenseitige Hilfen ersetzt ohne die ‚Krücke Geld‘ dafür zu brauchen.“ Das zwar weitgehend verstandene, aber abstrakte Konzept des Geldes aktiv zu hinterfragen und die weit sozialere Welt des Tauschhandels wiederzubeleben, gehört in jedem Fall zu den spannendsten Feldern der Sharing-Economy.

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