Glühwein im Qualitätstest

Glühwein im Qualitätstest Wissenschaftler der RWTH Aachen unterziehen Glühweine einer chemisch-technischen Analyse Glühwein ist für viele Menschen fester Bestandteil der Weihnachtszeit. Doch wie ist es eigentlich um die Qualität des beliebten Heißgetränkes bestellt? „Die Glühweinqualität war sehr unterschiedlich“, fasst Tim…

Glühwein im Qualitätstest

Wissenschaftler der RWTH Aachen unterziehen Glühweine einer chemisch-technischen Analyse

Glühwein ist für viele Menschen fester Bestandteil der Weihnachtszeit. Doch wie ist es eigentlich um die Qualität des beliebten Heißgetränkes bestellt?

„Die Glühweinqualität war sehr unterschiedlich“, fasst Tim Maßmann die Ergebnisse der Glühwein-Testreihe zusammen. Gemeinsam mit zwei weiteren Forschern des Lehrstuhls Fluidverfahrenstechnik an der RWTH Aachen hat der junge Ingenieur auf dem Aachener Weihnachtsmarkt 13 Glühweine auf deren Qualität untersucht. Trotz qualitativer Unterschiede ziehen die drei Wissenschaftler ein positives Fazit. „Das Gefühl, billigen Fusel zu bekommen, war selten bis gar nicht vorhanden“, so Maßmann.

Die Qualität des Glühweins lässt sich dabei durch Messung verschiedener Indikatoren bestimmen. „An Ort und Stelle wird Menge und Temperatur gemessen“, beschreibt Maßmann den ersten Teil der Analyse. Ausgeschenkt wurden durchschnittlich 0,2 Liter – „ absolut in Ordnung, nicht zu wenig“, urteilen die Wissenschaftler. Nicht in Ordnung sei dagegen die Temperatur mehrerer Glühweinproben gewesen. Eine Probe war mit 27°C gerade einmal lauwarm, Andere waren mit 77°C schon fast zu heiß. Denn „liegt die Glühweintemperatur längere Zeit über 78°C, so kann ein beträchtlicher Anteil des Alkohols verdampfen“, warnt Maßmann.

Komplex wurde die Analyse erst im Lebensmittellabor der HS Aachen. „Zur Bestimmung des Alkoholgehalts haben wir ein Vinometer benutzt. Es misst die Oberflächenspannung der Flüssigkeit. Je höher der Alkoholgehalt, desto niedriger die Oberflächenspannung“, beschreibt Maßmann die Funktion des Analysegerätes. Der dadurch ermittelte Alkoholgehalt zeigte große Unterschiede zwischen einzelnen Glühweinproben auf. So waren sowohl Glühweine mit 7,8 Volumenprozent Alkohol, als auch Proben mit bis zu 12,8 Volumenprozent vertreten. Der gesetzlich vorgeschriebene Alkoholgehalt wurde jedoch weder unter- noch überschritten.

Um den Zuckergehalt zu bestimmen, habe man Glühweinproben bei 105°C verdampfen lassen, berichtet Maßmann. Zurück blieb nur der Zucker, dessen Menge jedoch von Probe zu Probe stark variierte. So waren im Test Glühweine mit einem für die Forscher löblichen Zuckergehalt von 68 bis 79 Gramm pro Liter ebenso vertreten wie eine Probe mit 130 Gramm pro Liter. „Ein hoher Zuckergehalt spricht dafür, dass Zucker im Nachhinein zugesetzt wurde, um bittere Geschmacksaromen von billigen Glühweinen zu übertünchen“, weiß Maßmann.

Durch ihren hohen Zuckeranteil sind manche der Glühweine übrigens wahre Kalorienbomben. Bis zu 230 Kilokalorien kamen im Test auf eine Tasse Glühwein – zum Vergleich: Eine 100 Gramm Tafel Schokolade kommt auf durchschnittlich 550 Kilokalorien. Doch nicht nur deshalb ist Glühwein mit Vorsicht zu genießen, denn: „Heißes Getränk, viel Zucker, daher schnelle Aufnahme des Alkohols ins Blut und damit schnell eintretender alkoholisierter Zustand“, so Maßmanns mahnende Kurzformel.

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