Auch der Blumentopf ist öko

Der Schweiß läuft die Stirn langsam herunter und die Energie entweicht dem Körper mit jeder Sekunde. Die hohen Temperaturen machen den Mitarbeitern der Natur-Erlebnis-Gärtnerei augenscheinlich zu schaffen.

Trotzdem herrscht ein entspanntes und lockeres Arbeitsklima. Jessica M. ist eine von vielen Helfern der Inklusion. „Im Sommer ist es manchmal sehr heiß, aber es macht mir trotzdem Spaß. Ich habe hier auch viele Freunde und arbeite gerne mit ihnen zusammen“, sagt sie.

Jessica M. (19) hat sichtlich Spaß bei ihrer Arbeit. Foto: Emre Yilmaz

Das Team hat eine lange Liste abzuarbeiten. Neben Brennholz- und Honigproduktion kümmern sich alle gemeinsam um den Verkauf der eigenen Obst- und Gemüsesorten und den Anbau von Frühjahrsblumen, Zierpflanzen und Küchenkräutern.Umweltschutz, Nachhaltigkeit und soziales Engagement stehen hierbei an erster Stelle. Die Inklusion bietet insgesamt über 500 Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz, der selbst bei tropischem Klima Spaß macht.

Besonders interessant sind die verschiedenen Garten- und Küchenkräuter. „Aufgrund weniger Dünger und Substrate wachsen die Pflanzen langsamer und verholzen. Sie sind somit langlebiger und eignen sich optimal für den eigenen Garten oder den Balkon. Zu unseren Abnehmern gehören aber auch regionale Supermärkte und Biofachgeschäfte wie beispielsweise Ebl“, erklärt Michael Volland, Leiter der Gärtnerei.

Die handgefertigten Töpfe aus Kokosfasern und Naturkautschuk eignen sich perfekt für den Anbau. Foto: Emre Yilmaz

Die Pflanzentöpfe aus Kokosfasern und Naturkautschuk haben eine spannende Reise hinter sich. Sie werden alle unter fairen Bedingungen und unter Einhaltung von Sicherheitsvorschriften in Sri Lanka gefertigt und anschließend nach Deutschland verschifft. „Bei uns wird jeder Topf von Hand gefüllt und hat damit seine eigene Geschichte. Maschinelle Abfertigung gibt es bei uns nicht“, betont Volland.

Mehr Licht für ausgefallenere Sorten                    

Für ein umweltfreundlicheres Wachstum der Pflanzen arbeitet das Team ständig an neuen Ideen. Eine davon ist das sogenannte diffuse Gewächshausdach. Dieses lässt die UV-Strahlung der Sonne nahezu verlustlos ins Innere und erspart somit künstliche Lichtquellen. „Das Licht verteilt sich im gesamten Gewächshaus gleichmäßig und sorgt für ein verkleinertes Streckungswachstum. Dank des diffusen Lichts und den durchlässigen Töpfen können wir einen Lichteinfall an bedeckten Stellen wie beispielsweise am Boden des Topfes ermöglichen. Außerdem wird die Epidermis, eine wachsähnliche Schutzschicht der Pflanzen verstärkt und sie werden somit weniger anfällig für Schädlinge und andere Parasiten“, erklärt der Betriebsleiter.

Mehr als 150 verschiedene Sorten wachsen unter optimalen Bedingungen im Gewächshaus. Foto: Emre Yilmaz

Ein kleiner Rundgang mit Marga Schmitt im Gewächshaus zeigt schnell: Ein Besuch lohnt sich. Schmitt ist die Gruppenleitung bei den Kräutern und schaut ihren Mitarbeitern unterstützend über die Schulter.  Zur Sommerzeit sind exotische Kräuter- und Minzsorten wie Erdbeerminze, Schokoladenminze oder Kardamom die Highlights im Gewächshaus. „Unsere Kräuter kann man beispielsweise mit kühlen Getränken oder verschiedenen Teesorten kombinieren. In Nürnberg verwenden einige Restaurants und Bars unsere vielfältigen Sorten, weil sie immer frisch und qualitativ hochwertig sind“, erläutert Schmitt. Die Preise sind abhängig von der jeweiligen Sorte und der entsprechenden Jahreszeit. Auch wenn die außergewöhnlichen Namen der Kräuter im ersten Moment für Viele fremd klingen, geschmacklich überzeugend sind die exotischen Pflanzen bei der ersten Probe.

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