Industrie 4.0 – Festo stellt den Menschen in den Vordergrund

Der Mensch steht im Vordergrund in der zukünftigen Industrie. Das ist der Standpunkt der Festo AG mit Blick auf die Entwicklung auf Industrie 4.0. Auf dem 7. Deutschen Maschinenbaugipfel in Berlin stellte der Entwicklungsleiter Prof. Dr. Post klar, dass die…

Der Mensch steht im Vordergrund in der zukünftigen Industrie. Das ist der Standpunkt der Festo AG mit Blick auf die Entwicklung auf Industrie 4.0. Auf dem 7. Deutschen Maschinenbaugipfel in Berlin stellte der Entwicklungsleiter Prof. Dr. Post klar, dass die Vision nicht eine menschenleere Fabrik der Zukunft darstellen soll, sondern eine ausgeprägte Mensch-Maschine Interaktion wichtiger wird.

Die Fabrik, wie man sie kennt, soll in Zukunft nämlich intelligenter und flexibler werden, so Post. Wo vorher alles über einen zentralen Rechner gelaufen ist, sollen nachher alle Systeme untereinander kommunizieren. Die Wege werden kürzer. Maschinen sollen über cyber- physische Systeme miteinander agieren. Im Fachjargon wird hier von einer Dezentralisierung gesprochen. Der gesamte Produktionsprozess besteht aus mehreren adaptiven Komponenten. Die Komplexität steigt durch mehrere flexible Verkettungen der Schnittstellen. Dadurch soll die Fertigung schneller werden. Dazu ist ein leistungsfähiges MES (Manufacturing Executive System) erforderlich. Diese Systeme sollen alle Elemente einer Fabrik in ihrer Autonomie miteinander koordinieren. Das vereinfacht den Prozess und führt gleichzeitig zu einer Steigerung der Effizienz.

Das Produkt steuert die Produktion

Das Produkt der Zukunft soll mit allen Maschinen auf dem Weg durch alle Fertigungsschritte kommunizieren, bis es fertig ist. Das geschieht mit Hilfe von RFID- Chips oder Codes, die bei jedem Schritt gescannt werden. So merkt die intelligente Maschine, ob das jeweilige Produkt eine Phase übersprungen hat und leitet es an die nächste Station weiter, wenn dieses fehlerfrei ist. Laut der Firma Festo, wäre das wirtschaftlich gesehen eine Steigerung der Ressourceneffizienz. Logischerweise wäre das ein Argument für die Industriebranche, auf Industrie 4.0 umzusteigen. Da stellt sich die Frage warum dieses Konzept keinen großen Anklang in der freien Wirtschaft findet. „Die Umsetzung von Industrie 4.0 ist ein evolutionärer Prozess, der in den Fabriken mit unterschiedlicher Geschwindigkeit voranschreiten wird“, so Post. Die Ursache besteht darin, dass nicht alle Unternehmen gleichermaßen positiv auf die Innovation Industrie 4.0 reagierten. Ein Grund dafür ist die Befürchtung vor möglichen Rationalisierungseffekten.

Wo bleibt der Mensch in der Gleichung?

Die Firma Festo setzt im positiven Sinne auf Humankapital, auch in der Zukunft. Dr. Theodor Niehaus (Geschäftsführer der Festo Didactic GmbH & Co. KG) unterstreicht damit die Position seines Kollegen aus der Forschung. Der Mensch werde in der neuen Smart Factory weiterhin eine sehr wichtige Rolle spielen. Durch die Mensch- Technik Kooperation soll die Arbeit erleichtert werden. Die Benutzeroberflächen der Systeme werden einfacher gestaltet. Das soll durch eine neue Lernfabrik im Jahr 2015 umgesetzt werden. Um neue innovative Produkte in der Lernfabrik entwickeln zu können, sind auch neue Qualifikationen bei den Mitarbeitern nötig. Es ist die Rede von einem vollkommen neuen Berufsfeld. Neue Forschungsfelder sollen dadurch erschlossen werden, fachübergreifende Kooperationen werden unabdingbar. Festo denkt sogar an einen Hochschulabschluss mit dem Titel „Master of Industrie 4.0“. Das alles soll durch neue Bildungszentren forciert werden.

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Bild:  Mitte Prof. Dr. Peter Post; Rechts Dr. Niehaus

Ahmet Degirmenciler

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