WLAN Signale kostenlos und unbegrenzt zugänglich für alle Studenten. (Quelle: Pixabay, lizensfreie Bilder)

Intelligent vernetzt – Internetinitiative Eduroam

Immer mehr Einrichtungen bieten kostenlose Dienste für W-LAN Netzwerke an. Vor allem staatliche Bildungseinrichtungen wie Hochschulen und Universitäten haben das im geschützten Rahmen eingerichtet. Eines der weltweit bekanntesten Drahtlosnetzwerke ist Eduroam.

Der Fachinformatiker starrt auf seinen Bildschirm. Das Internet an der Hochschule in Nürnberg funktioniert nicht. Die offenen Fenster auf seinem Desktop zeigen Nutzerdaten der Internetinitiative Eduroam. Fünftausend Netzwerkanfragen gilt es hier täglich zu bewältigen. Die Beschwerdemails sammeln sich im Posteingang, während das Team im Rechenzentrum an der Problemlösung sitzt.

Eduroam ist eine Internetinitiative, die in 78 Ländern gefördert und gepflegt wird. „Ziel dieses Konzepts ist es, allen registrierten Benutzern an allen Standorten, unkompliziert und ohne weitere Anmeldung, Internet zur Verfügung zu stellen“, erklärt Professor Hans-Georg Hopf, Leiter des Rechenzentrums an der Technischen Hochschule Nürnberg (TH). Das Deutsche Forschungsnetz (DFN) bietet allen Mitgliedern Zugriff auf dieses Wissenschaftsnetz. Für Pflege und auch Infrastruktur an den Standorten sind die Betreiber jedoch selbst zuständig. In der Umgebung Nürnberg-Fürth-Erlangen steht es laut DFN bereits an sechs Standorten zur Verfügung. Darunter auch an der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm.

Geschichte des W-LAN Signals an der TH Nürnberg

Nach zwei Jahren Vorbereitung geht das Eduroam-Netzwerk erstmals im Juni 2012 an der Hochschule online. „Die Testphase zeigte eine positive Resonanz und bereits nach zwei Monaten gab es 722 verifizierte User“, erläutert der Netzwerkspezialist der Hochschule, Thomas Langer.

Netzwerkspezialist Thomas Langer zeigt die nötigen Server um alle Access Points zu verwalten. (Quelle: Denise Heller)

Netzwerkspezialist Thomas Langer zeigt die nötigen Server um alle Access Points zu verwalten. Foto: Denise Heller

Heute gilt es dabei weitaus mehr Nutzer zu bewältigen. „Zu Spitzenzeiten befinden sich etwa fünftausend Nutzer online“, verrät Langer. Zurzeit arbeiten dreißig Mitarbeiter im Rechenzentrum und kümmern sich unter anderem darum, Eduroam stetig zu verbessern und zu erweitern. „In Planung befindet sich hierbei auch der Ausbau des W-LAN-Signals auf die Wöhrder Wiese, um die Lücke zwischen Bahnhofstraße und Keßlerplatz zu schließen“, erklärt Hopf.

Eduroam an unserer Hochschule

Access Point für das Eduroam-Signal im Mathematiklabor im 4. Stock der TH-Nürnberg. (Quelle: Denise Heller)

Access Point für das Eduroam-Signal im Mathematiklabor im 4. Stock der TH-Nürnberg. Foto: Denise Heller

Mit ihren acht Bildungsstandorten betreibt die Hochschule insgesamt 296 Access-Points. Ein Access-Point kann dabei mehrere W-LAN-Signale gleichzeitig broadcasten. „Hierbei wird darauf geachtet, dass das Signal so flächendeckend verteilt ist, dass die Empfangsbereiche überlappen und keine Löcher entstehen“, erläutert Alexander Nagler, Fachinformatiker im Rechenzentrum der Hochschule. „Das Handy sucht sich immer das beste Signal. Also können Sie durch das Haus laufen und bleiben ohne Unterbrechungen online“, versichert Nagler. Die gesamte verfügbare Bandbreite der Hochschule beträgt heute zwei Mal eine 1-Gigabit Leitung. „Das wäre sozusagen ein 2-Millionen-DSL“, scherzt Hopf.

Netzwerkspezialist Thomas Langer und Fachinformatiker Alexander Nagler. (Quelle: Denise Heller)

Netzwerkspezialist Thomas Langer und Fachinformatiker Alexander Nagler. Foto: Denise Heller

Geräusche wie das Klappern der Tastaturen, das Klicken der Computermäuse und das immer wiederkehrende erschöpfte Ausatmen der Mitarbeiten füllen den Raum. Neben den aktuellen Problemen kommen immer wieder Studenten herein und haben Fragen. „Ich weiß nicht, wie ich VPN benutze“, „Ich kann mich nicht mehr bei VirtuOhm anmelden“, „Warum funktioniert das in der Hochschule und nicht bei mir daheim?“.

Schwierigkeiten in der Netzwerkinitiative

Nicht nur die Studenten haben Anliegen an das Rechenzentrum. Jede Fakultät, jedes Institut und jede eigenständige Abteilung hat ihre eigenen Probleme, Anregungen und ein entsprechendes Budget. „Den Wünschen und Problemen eines Jeden hier gerecht zu werden, ist eine schwierige Aufgabe“, erklärt Hans-Georg Hopf. Durch regelmäßige Besprechungen werden Änderungen und Verbesserungen im Rechenzentrum festgelegt. Dabei wird vor allem überlegt, was die Anforderungen der zukünftigen Endgeräte an das Netzwerk sein werden und wie hoch der damit einhergehende Datenverbrauch wird.

Das letzte Kabel ist umgesteckt, dann ist das erschöpfte Schnauben von den Informatikern zu hören. Das Problem ist behoben. Ein weiterer Tag ist geschafft. Das W-LAN funktioniert wieder. Der Arbeitstag neigt sich dem Ende und auch der letzte Kollege verlässt den Raum und schaltet das Licht aus. Die Software jedoch schläft nie.

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