Levi Strauss – wie ein Franke die ganze Welt eroberte

Mitten in Buttenheim steht ein Levi’s-Shop, direkt neben einem kleinen, unscheinbaren Gebäude. Es ist das Geburtshaus des weltbekannten Jeansherstellers Levi Strauss und seit dem Jahr 2000 ein Museum. Tanja Roppelt, Museumsleiterin seit der Eröffnung der Ausstellung, gewährt einen Einblick.

Bis zum Frühjahr 1983 ahnte keiner der Buttenheimer Einwohner, dass der (!) Levi Strauss aus ihrem Dorf stammt. Bis eine Dame aus der amerikanischen Stadt Milwaukeee aufgrund einer Ausstellung berühmter deutscher Auswanderer einen Brief an den Bürgermeister Buttenheims schrieb, um genauere Informationen über die Geburtsstätte von Levi Strauss herauszufinden. Dies hatte intensive Nachforschungen zur Folge. Diese bewiesen, dass es wahr ist – Levi Strauss stammt aus Buttenheim. Daraufhin kaufte die Gemeinde das seit 1687 stehende Fachwerkhaus. Zunächst war noch nicht entschieden, was mit dem Haus geschehen sollte. Es kamen sogar Interessenten aus Japan, die vorhatten, das Gebäude zu erwerben, um ein exaktes Ebenbild  für einen Vergnügungspark in Japan zu errichten.

Kurzerhand entschied sich die Kommune doch, ein Museum zu bauen, und es dem weltberühmten fränkischen Jeanserfinder zu widmen. Sponsoren, wie die Oberfrankenstiftung, Spenden von örtlichen Betrieben oder Fördervereinen förderten die Renovierung des Gebäudes. Selbst bei Museumsfesten helfen Nachbarn, örtliche Vereine und Ehrenamtliche mit. Hier merkt man, wie groß das Interesse und das gemeinschaftliche Zusammenwirken zum Wohlbefinden des Dorfes ist. Die Eröffnung der Ausstellung fand im September 2000 statt.

Statue von Levi Strauss. Foto: Marcel Wesolowski

Klein, aber oho!

Das Geburtshaus Levi Strauss‘ dient mittlerweile als Museum und bietet den Besuchern ein umfassendes Angebot, um einen kleinen Ausflug in die Dorfgemeinde im Landkreis Bamberg zu unternehmen. Mit einem Audioguide, einer Erzählerstimme und Levi Strauss höchstpersönlich im Ohr erkundet der Besucher das 130 Quadratmeter große Museum über drei Stockwerke. Während das Erdgeschoss sich rund um das Leben des jungen Strauss dreht, spiegelt der erste Stock die Entwicklung der Jeans bis zum heutigen Zeitpunkt wider. Außerdem enthält das oberste Stockwerk einen Kinoraum, der die Geschichte der Jeans wiedergibt.

Die aktuelle Dauerausstellung wird in naher Zukunft verschönert. Die Technik soll dem aktuellen Standard angepasst werden. Weitere Stationen ergänzen die aktuelle Ausstellung, um den Besuchern das Angebot informativer und schmackhafter zu machen. Neben dem Museum gibt es einen Shop, in dem Besucher Jeans und andere Kleidungsstücke der Marke Levi’s und Werbeartikel kaufen können.

Auf internationales Interesse folgt internationales Engagement

Tanja Roppelt demonstriert typische Merkmale einer Levi’s Jeans. Foto: Marcel Wesolowski

Eine Jeans, ein Hemd oder einfach das weiße T-Shirt mit dem roten Aufdruck – die Marke Levi’s ist einfach im Trend. Schließlich hat dies zur Folge, dass einige Fans und Markenbegeisterte mehr über das Leben des Erfinders erfahren wollen. Kein Wunder, dass bei einer Besucherzahl von 12 000 bis 15 000 Menschen jährlich ein Großteil aus dem englischssprachigen Raum stammt. Jedoch gäbe es „kaum ein Land auf der Welt, aus dem wir keinen Besucher hatten“, sagt Tanja Roppelt.

In Kooperation mit den Universitäten in Bamberg und Erlangen werden Ausstellungen organisiert. Außerdem gibt es an einer amerikanischen Hochschule eine Vorlesungsreihe mit dem Titel „Levi-Strauss lecture for American culture and civilization“ – „Globalisierung“ vom Feinsten.

 

Website des Levi Strauss Museums.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.