„Made in Germany“ reicht bald nicht mehr

„Ich ärgere mich, dass die Inder und Chinesen die Dominanz in Afrika haben“, platze es dem Präsidenten des Verbands deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) auf dem Maschinenbau-Gipfel heraus. Er kritisierte, dass die Deutschen die Möglichkeiten, die der Markt Afrika bietet,…

„Ich ärgere mich, dass die Inder und Chinesen die Dominanz in Afrika haben“, platze es dem Präsidenten des Verbands deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) auf dem Maschinenbau-Gipfel heraus. Er kritisierte, dass die Deutschen die Möglichkeiten, die der Markt Afrika bietet, noch nicht genügend erschlossen hätten. Länder, wie beispielsweise Nigeria seien seit einigen Jahren kontinuierlich im Aufschwung, der Export dorthin steigere sich von Jahr zu Jahr. Immer mehr Arbeitsplätze entstünden in Deutschland durch den Export von deutsche Maschinen. Die deutschen Unternehmen setzen darauf, ihre Kunden für die Bedienungen der einzelnen Maschinen gründlich auszubilden. Die Inder und Chinesen würden diese die Geduld nicht aufbringen, meint Festge. Trotzdem hätten die Maschinenbauer auf diesem Kontinent auch zu kämpfen. „Made in Germany“ erlaube zwar immer noch einen Preisaufschlag, der Vorteil gegenüber anderen Ländern nehme jedoch weiter ab. Denn die internationalen Wettbewerber steigern die Qualität ihrer Produkte und das bei geringeren Kosten. Der Druck wird größer. Noch gibt sich die Branche stark. „Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir die Technologieführerschaft weltweit haben. Das macht uns selbstbewusst“, sagt der VDMA-Präsident.

Kaum eine andere Branche in Deutschland steht für so viel Zuverlässigkeit und Beständigkeit, wie der Maschinenbau. Er wird als Rückgrat der Industrie gesehen. Und im Moment geht es den Deutschen vergleichsweise gut: Noch nie hatten so viele Menschen eine Arbeit, wie jetzt. Damit das so bleibt, setzt der VDMA unter anderem auf die USA. Jeder vierte Arbeitsplatz in den USA sei ein Arbeitsplatz, in einem deutschen Tochterunternehmen, der für Deutschland produziere, so Festge. Es würden sich immer mehr Produktionsbetriebe in der USA ansiedeln, da dort die Energiepreise niedriger sind. Gerade deshalb wäre für Deutschland ein Freihandelsabkommen mit den USA von zentraler Bedeutung. Das TTIP brächte weniger Zölle und Handelsbarrieren und damit würden bessere Umsätze und mehr Arbeitsplätze geschaffen.

Des Weiteren appelliert Festge an die Unternehmer: „Technologieführerschaft braucht Innovation“. Längst würde das geringe Investitionsniveau die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland gefährden. Zusätzlich müsse man sich um den Nachwuchs kümmern. Fachleute müssen heute mehr wissen, als je zuvor, die Systeme und Anlagen werden komplexer. Für eine fundierte Ausbildung der Auszubildenden müsse jede Firma sorgen. Aber auch die Politik sprach der Präsident direkt an: „Wir wünschen uns eine Politik, die langfristig und unternehmerfreundlich ist. Wir brauchen mehr Freiheit und weniger Staat“.

Franziska Becker

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