MES – Wege aus dem Datendschungel

Eine der großen Herausforderungen, die Industrie 4.0 mit sich bringt, ist die enorme Datenflut. Um die zu bewältigen, hat die Maschinenfabrik Reinhausen GmbH System für die zerspanende Fertigung entwickelt. Es soll die erfassten Daten in einer zentralen Instanz zusammenführen und…

Eine der großen Herausforderungen, die Industrie 4.0 mit sich bringt, ist die enorme Datenflut. Um die zu bewältigen, hat die Maschinenfabrik Reinhausen GmbH System für die zerspanende Fertigung entwickelt. Es soll die erfassten Daten in einer zentralen Instanz zusammenführen und so auswertbar machen.

Als ich das erste Mal von Industrie 4.0 gehört habe ist mir schwindelig geworden,“ eröffnet Johann Hoffmann seinen Vortrag. Er ist Leiter des Geschäftsbereichs „ValueFacturing“ der Maschinenfabrik Reinhausen und Gewinner des ersten Industrie 4.0 Awards. Industrie 4.0, dazu gehört, dass Prozesse im Maschinenbau automatisiert gesteuert werden. Prozessdaten werden dabei dezentral erfasst. Dadurch entsteht eine Vielzahl von Schnittstellen, deren Datenflut bisher kaum bewältigt werden kann. Um Informationen schneller und prozessübergreifend verarbeiten zu können ist ein System nötig, das es ermöglicht Daten zu koordinieren und zu synchronisieren. Die Maschinenfabrik Reinhausen hat für die zerspanende Fertigung das Assistenzsystem MR-CM entwickelt. Es soll einen durchgehenden Informationsfluss zwischen den an der Fertigung beteiligten Systemen schaffen. „Das MR-CM greift um sich wie eine Spinne,“ erklärt Hoffmann. In der Mitte befände sich eine Drehscheibe, welche die Daten aller beteiligten Akteure eines Produktionsprozesses zentral sammle. So könne man auch jederzeit Echtzeitdaten abrufen.

Durch die Sammlung auf einem zentralen Server schaffen Manufacturing Execution Systeme (kurz MES) Transparenz im Datendschungel. Bereiche wie Personal, Qualität und Produktion können nicht mehr nur einzeln, sondern auch übergreifend behandelt werden. Horizontale Kommunikation, die alle parallel laufenden Prozesse gleichzeitig betrachtet, beschleunigt die Informationsverarbeitung. Probleme können schneller gelöst und bereichsübergreifend behoben werden. Johann Hoffmann sagt, man vermute bereits eine Produktivitätssteigerung von 20 bis 30%, konkrete Daten werde eine Studie der Universität Passau zum Ende des Jahres liefern. Das Konzept des MES MR-CM sei mit dem entsprechenden Prozessverständnis auch auf andere Bereiche des Maschinenbaus übertragbar, vermutet Hoffmann. „Die Herausforderung der Zukunft ist für uns, die Informationen aus der Datendrehscheibe automatisch auswertbar zu machen.“

Sarah Utz

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