Mit 3D-Endoskopie Leben retten

Mit 3D-Endoskopie Leben retten

Mit Hilfe moderner Forschung vermag die Medizin immer mehr Leben zu retten. Sowohl in einer Routineuntersuchung, als auch in einer Notfall-Operation, kann jede Sekunde entscheiden. Diplom Ingenieur Kurt Höller erhofft sich mit seiner aktuellen Forschung einen Fortschritt in der Medizin….

Mit Hilfe moderner Forschung vermag die Medizin immer mehr Leben zu retten. Sowohl in einer Routineuntersuchung, als auch in einer Notfall-Operation, kann jede Sekunde entscheiden. Diplom Ingenieur Kurt Höller erhofft sich mit seiner aktuellen Forschung einen Fortschritt in der Medizin. 50% aller Menschen haben im Laufe ihres Lebens einen Tumor. „Am Tisch hier würde das zwei oder drei Leute treffen“, so Höller mit mahnender Stimme zu seinem vierköpfigen Publikum.

Neben Tumoren sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wahrscheinlichsten Erkrankungen. Eine bestmögliche Sicht auf die Problemstelle, die meist im Inneren des Körpers liegt, kann oft sehr hilfreich sein. Durch frühes Erkennen von Fehlstellungen, wie beispielsweise kleine Risse, oder eine Krankheit können sich viele Vorteile zur Genesung ergeben. Nicht nur bietet die frühzeitige Diagnose erhöhte Heilungs- und Überlebenschance, sondern auch die zum Teil immensen Kosten können dadurch gesenkt werden. Mithilfe des 3D-Endoskops sollen präventiv Missstände gesucht und durch die Kamera am Ende des langen und flexiblen Stabes in Bilder, die virtuell drehbar sind, gewandelt werden. Das gibt dem Arzt einen besseren Überblick über die Lage des Patienten, denn durch diese Bilder kann er unter anderem besser Entfernungen abschätzen und sich damit deutlich besser räumlich orientieren.

Bei seiner Promotion, an der er seit 2005 arbeitet, beschäftigt sich der gebürtige Münchner mit der 3D-Bildgebung. Zusammen mit einem Helferteam forscht er nun am Fraunhofer Institut am 3D-Endoskop. Aktuell ist diese in Fachkreisen genannte „Endorientation“ noch nicht als medizinisches Verfahren zugelassen. „Das Problem ist, dass es ein Unternehmen geben muss, das das Patent kauft“, erklärt der Geschäftsführer der Zentralinstituts für Medizintechnik (ZiMT) in Erlangen. Um einer Lizenzzahlung zu entgehen, wäre es möglich, dass diese Unternehmen abwarten und selbst forschen, was jedoch so manchen Menschen in diesem Zeitraum helfen könnte. „Das Patent ist möglicherweise in 10 Jahren billiger zu haben und in 20 Jahren ganz ausgelaufen“, gibt Kurt Höller zu verstehen. Trotz einiger Jahre, die dieser Prototyp vermutlich noch braucht, um Realität zu werden, gibt er sich zuversichtlich.

Eine große Rolle für die medizintechnischen Produkte aus dem Institut spielt die Friedrich-Alexander-Universität mit ihrem Studiengang Medizintechnik. Höller findet, dass sich an der  FAU ideale Bedingungen zur Forschung finden. Das Ziel dieser Forschung über das 3D-Endoskop ist es, die im medizinischen Alltag getätigten minimalinvasiven Eingriffe noch besser und präziser zu gestalten. Jedoch hindert, neben der noch spezifischen Ausarbeitung des Prototyps, die Lizenzzahlung den Einsatz dieser Technik. So gesehen wird Menschenleben in Geld aufgewogen, was auf große Kritik stoßen kann.

 

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