Mit einem Klick informiert – Denkmäler mit QR-Codes

Nürnberg verbindet Gegensätze. Die fränkische Metropole bietet nicht nur eine Heimat für verschiedene Kulturen, sondern schafft auch eine Brücke zwischen Altertümlichem und neuer Technik.

An mehreren Sehenswürdigkeiten der Stadt sind QR-Codes angebracht worden, die deren Geschichte auf moderne Art den Nutzern näher bringen sollen.

An einem schönen Wochenende im April hat eine japanische Touristen-Gruppe das bunte Treiben auf dem Hauptmarkt hinter sich gelassen und in einer Seitengasse eine kurze Pause eingelegt. Zwischen der Spital-Apotheke und einem Restaurant hat einer der Reisenden ein Schild mit einem schwarz-weißen Muster entdeckt.

An den Top 20 von Nürnbergs Attraktionen finden Besucher QR-Codes.  Foto: Luisa Schuster

Die Technik dahinter

QR-Codes (Quick-Response-Codes) sind zweifarbige Matrixstrukturen, die  mithilfe einer Smartphone-Kamera eingescannt werden, um an die hinterlegten Informationen zu gelangen. Dafür wird der Code in eine quadratische Struktur mit hellen und dunklen Zellen, die jeweils ein Bit repräsentieren, eingeteilt. Als Randbegrenzung dient ein Muster aus schwarzen Quadraten, die jedoch nur in drei Ecken vorhanden sind. Das fehlende vierte Muster dient dem Scanner als Orientierungspunkt. Zwischen den Positionierungsmarken befindet sich eine Linie aus abwechselnden Bits, worüber sich die Matrix definiert. Durch kleinere weiße Quadrate innerhalb des Musters wird die Ausrichtung des Codes besser erkennbar. Ihre Anzahl richtet sich nach dessen Größe.

Für die asiatischen Reisenden ist die Nutzung der QR-Codes nichts Neues – die schwarz-weißen Kästchen wurden schon Mitte der Neunziger von dem japanischen Automobilhersteller Toyota genutzt, um Baugruppen und Komponenten zu markieren und so die Arbeit in der Logistik zu vereinfachen. In Deutschland wurde der Code erst  2011 richtig populär. Mittlerweile ist er aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Auf Plakaten, in  Zeitschriften, selbst auf Getränkedosen kann man die zweidimensionalen Zeichenketten finden.

QR-Codes für Nürnberg

Kamera öffnen, QR-Code scannen, Geschichte erleben: die Nutzung ist spielend einfach. Foto: Luisa Schuster

Vor  rund drei Jahren wurden in der Noris verschiedene berühmte Bauwerke mit QR-Codes ausgestattet. „Bei den Gebäuden handelt es sich um die Top 20 der beliebtesten Attraktionen der Stadt, die von der Congress-und Tourismus-Zentrale im Vorfeld ermittelt wurden“, erklärt Dr. Matthias Latus vom Referat für Allgemeine Verwaltung der Stadt Nürnberg. Unter ihnen: der Handwerkerhof, der Schöne Brunnen und das Alte Rathaus. „Durch einen Scan der Codes gelangen Nutzer auf die Website der Stadt Nürnberg und erhalten dort weiterführende Informationen über die jeweiligen Sehenswürdigkeiten.“ Die Inhalte sind laut Dr. Latus sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache verfügbar.

 

„Darüber hinaus bietet die Website einen Audioguide mit detaillierten Informationen zu der entsprechenden Sehenswürdigkeit an.“  Die am häufigste gescannte Sehenswürdigkeit 2015 sei das Ehekarussel gewesen. Noch ist die Nutzung des Angebotes mit rund tausend Scans pro Jahr eher verhalten, doch durch die Versorgung der Nürnberger Innenstadt mit freiem Wlan könnten die Zugriffszahlen steigen.

Der Hauptmarkt geht online

#nue_freewifi erlaubt freies WLAN Foto: Luisa Schuster

Im November vergangenen Jahres wurde die Innenstadt Nürnbergs durch den Provider Abl Social Federation mit Wlan ausgestattet. Dafür wurden vier Outdoor-Access-Points angebracht, zwei am Rathaus und zwei bei gegenüberliegenden Gaststätten. „Die Hardware ist komplett von einer Cloud aus steuerbar“, erklärt Benjamin Becker, Leitung  der Abteilung Technik & Entwicklung bei Abl. So könne die Cloud-Verwaltung jederzeit den aktuellen Status der Geräte einsehen. Die Benutzung des Nürnberger Internets sei sicher, da die Internetseiten zusätzlich durch SSL-Verschlüsselung gesichert sind. „Unsere Lösung hat viele Schutzfunktionen und wird von uns aktiv überwacht. Grundsätzlich sollte man dennoch jedes freie Wlan mit Bedacht nutzen“, rät Becker.

Die japanische Reisegruppe hat sich indes die geschichtlichen Fakten rund um das Heilig Geist Spital interessiert angehört. Da ihre Pause jetzt vorbei ist, schlendern sie gemütlich Richtung Museumsbrücke. Kulturell gibt es in der Noris schließlich noch viel zu entdecken.

 

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