Mit Wüstenstrom wider den Klimawandel

Nürnberg – Die Desertec Foundation will gegen den Klimawandel vorgehen. Am 18.11.2013 informierte der ehrenamtliche Sprecher der zivilgesellschaftlichen Initiative, Stephan Krueger, über das Projekt, in einem Vortrag an der Technischen Hochschule in Nürnberg. Dabei ging es vorrangig um einen Ausbau…

Nürnberg – Die Desertec Foundation will gegen den Klimawandel vorgehen. Am 18.11.2013 informierte der ehrenamtliche Sprecher der zivilgesellschaftlichen Initiative, Stephan Krueger, über das Projekt, in einem Vortrag an der Technischen Hochschule in Nürnberg. Dabei ging es vorrangig um einen Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere durch solarthermische Kraftwerke an Wüstenstandorten im Nahen Osten sowie Nordafrika, den sogenannten Mena Staaten.

Aber auch international möchte Desertec mit regenerativen Energiequellen gegen den Klimawandel vorgehen. „Die Wüsten der Erde empfangen in weniger als sechs Stunden so viel Energie von der Sonne, wie die Menschheit in einem Jahr verbraucht.“ So lautet die These von Dr. Gerhard Kies, einem der Gründer des Netzwerkes. Diese Idee macht das Desertec Projekt sowohl interessant für Investoren als auch für Klimaschützer. Wobei weiter nördlich gelegene Regionen, wie Europa, ebenfalls profitieren sollen. Nämlich durch Errichtung moderner leistungsfähiger Hochspannungs-Leitungen, welche Strom über weite Strecken bei minimalen Verlusten zu transportieren vermögen. Der Energiebedarf des Nordens, der nicht über Wind- und Wasserkraft oder ähnliche Technologien gedeckt werden kann, soll demnach aus dem Süden importiert werden.

Auch an anderen Stellen rund um den Globus, wie beispielsweise Asien und Südamerika, sind ähnliche Konzepte geplant. Desertec plant auf lange Sicht, schrittweise den kompletten Energiebedarf der Menschheit über nachwachsende Energiequellen zu decken, und so dem Klimawandel entgegen zu wirken. Dabei bedient die Organisation sich den Mitteln der Aufklärung und Information um Einfluss auf die Politik auszuüben und Investoren anzuziehen. Doch gerade hier erlitt die Gesellschaft in jüngster Zeit viele Rückschläge. So scheiterte eine geplante Überlandleitung am politischen Willen Spaniens, und 2012 sprangen in kurzer Folge die Firmen Siemens und Bosch von dem Projekt ab. Auch von dem langjährigen Partner DII trennte sich Desertec nachdem interne Streitigkeiten an die Öffentlichkeit gedrungen waren. Zuletzt gefährdet der Arabische Frühling den Frieden in den Mena Staaten, was Investoren abschreckt. Diese Umstände führten nach dem Vortrag zu einigen kritischen Fragen.

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