Das Ehepaar Schickedanz begrüßt

Seit Jahren in Fürth und nicht gewusst, wie viel Wissen es rund um Fürth noch zu erfahren gibt. Seit 2010 läuft die Dauerausstellung des Stadtmuseums Fürth und begeistert seine Besucher mit der Stadtgeschichte auf ganz spezielle Art und Weise.

Grete und Gustav Schickedanz  Foto: Isabell Brenner

Freundlich lächelnd begrüßen Grete und Gustav Schickedanz, das aus Pappmaschee nachgestellte Ehepaar, die Besucher im Foyer des Stadtmuseums in Fürth. „Viel Spaß beim Museumsbesuch“, sagt die Kassiererin und händigt die Eintrittskarte aus. Es herrscht eine angenehme Ruhe beim Start des Rundgangs durch die Ausstellung. Eine Zeitleiste trennt den Raum. Diese ist mit Jahreszahlen von 800 bis 2010 bestückt und präsentiert kurze Informationen über besondere Jahre. Links von der Zeitleiste befinden sich sechs Zeitinseln und rechts von ihr zwei Vertiefungsräume. Jede Zeitinsel trägt einen anderen Schwerpunkt.

Das 17. Jahrhundert

Die erste Zeitinsel befasst sich mit dem alten Fürth und dem Dreißigjährigen Krieg. „Wollen Sie mal an dem Krieg riechen?“, fragt Ruth Kollinger, Sachgebietsleiterin des Museums, und zeigt auf eine der vier Duftstationen. Der Geruch von verbranntem Holz und Schwarzpulver macht sich breit. Ein Duft, der Emotionen freisetzt, der den Krieg vor dem inneren Auge aufblitzen lässt und der einen in die kalte Zeit versetzt, als Fürth mehrmals vom Krieg betroffen war. Zu dieser Zeit ist Fürth noch gar keine Stadt, lediglich ein Marktflecken für den offenen Handel. Auf jeder Insel steht ein Monitor, der Bilder, Filmbeiträge und Texte über den jeweiligen Themenschwerpunkt präsentiert. Ausstellungsstücke passend zum Thema sind in Vitrinen zu sehen.

Fleißige Arbeiter

Zeitleiste   Foto: Isabell Brenner

Weiter geht es in den ersten Vertiefungsraum mit dem Schwerpunkt Handwerk. Früher gab es Blattgold und -metall in Fürth. Die Blattgoldherstellung war ein mühsamer Prozess, der mittels Handschlägern erfolgte. Eine Maschine kam auf den Markt, die den Fürthern den Prozess des Schlagens abnahm. Dieser Apparat ist jetzt in dem Vertiefungsraum des Museums vor der Zunfttruhe der Goldschläger zu finden. Das Bäckerhandwerk und der Duft von Brot standen für den wirtschaftlichen Wohlstand des Ortes. Die Bäckerzunfttruhe ist ebenfalls ausgestellt. Neben der Truhe verströmt eine weitere Station den süßlichen Duft frischen Brotes. Dies verbannt den negativen Geruch vom Krieg und hinterlässt ein wohliges Gefühl.

Industrialisierung

In dem zweiten Vertiefungsraum liegt der Schwerpunkt auf dem 19. Jahrhundert. Fürth und Nürnberg waren die ersten deutschen Städte, die das Verkehrsmittel Eisenbahn nutzen durften. In Fürth lag der Ludwig-Erhard-Bahnhof, der als Modell nachgebaut und in diesem Raum zu bewundern ist. Direkt neben dem Modell ist die „Sounddusche“. Sie sieht aus wie ein Lampenschirm, der ein Audiogerät statt einer Glühbirne umfasst.

Duftstationen   Foto: Isabell Brenner

So betrachten die Besucher den Miniaturbahnhof, während sie die Geschichte der Eisenbahn von einer Männerstimme erzählt bekommen. Hier ist ebenfalls eine Duftstation vorhanden. Der Geruch von Motoröl und Abgasen steigt in die Nase.

Am Ende des Rundgangs steht eine große Maschine. Hier kann sich jeder Besucher die Eintrittskarte mit einem goldenen Kleeblatt prägen lassen, das Symbol der Stadt Fürth.

 

Website des Stadtmuseums Fürth.

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