Nachfrage steigt: kundenspezifische Lösungen statt Standardisierung

Trotz Konjunkturflaute in diesem Jahr läuft es im deutsche Maschinen- und Anlagenbau gut. 200 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet er pro Jahr; eine Million Deutsche arbeiten in diesem Sektor. Die Branche liefert regelmäßig Innovationen und ist auch im Ausland erfolgreich. „Deutsche…

Trotz Konjunkturflaute in diesem Jahr läuft es im deutsche Maschinen- und Anlagenbau gut. 200 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet er pro Jahr; eine Million Deutsche arbeiten in diesem Sektor. Die Branche liefert regelmäßig Innovationen und ist auch im Ausland erfolgreich. „Deutsche Ingenieurskunst wird im Ausland sehr geschätzt“, sagt Regina Brückner, Geschäftsführerin der Brückner Gruppe. Sie stellte auf dem Maschinenbau-Gipfel in Berlin die Studie „Zukunftsperspektive Maschinenbau“ vor. Darin untersuchte der VDMA zusammen mit der Unternehmensberatung McKinsey & Company die aktuelle Lage und zeigte daraus resultierende Handlungsansätze auf. Fest steht: Auf ihren Lorbeeren dürfen sich die Maschinenbauer nicht ausruhen, der Markt wandelt sich. Die Betriebe müssen sich neuen Herausforderungen stellen.
In einem dynamischen internationalen Umfeld wollen die deutschen Maschinenbauer weiterhin Innovationsführer und wettbewerbsfähig bleiben. Doch das wird zunehmend schwieriger, da ausländische Firmen mit steigender Qualität und günstigen Preisen auf dem Markt punkten. Ein weiteres Problem sei es, standardisierte Produktionsprozesse mit kundenspezifischen Systemlösungen in Einklang zu bringen. Außerdem ist der Mascinenbau unsicher, inwieweit Exporte weiterhin für das nötige Wachstum sorgen können. Gedanken werden sich auch um das Potential im Aftersales-/Servicegeschäft gemacht: Wie lässt es sich am besten nutzen und entwickeln?
Mit diesen Herausforderungen vor Augen, zeichnen sich laut der Studie folgende Trends ab:

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74 Prozent aller Umfrageteilnehmer sehen die steigende Nachfrage nach kundenspezifischen System- und Integrationslösungen als einen der Top-Trends, dicht gefolgt von der Verlagerung der Nachfrage in Länder außerhalb Europas (70 Prozent). Ebenfalls auf der Agenda stehen die steigende Bedeutung von Aftersales/Service (60 Prozent), der zunehmende Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer (47 Prozent) und die wichtiger werdenden Wettbewerbsfaktoren am Standort Deutschland (45 Prozent). „Auf alle Trends sehen sich die Unternehmen gut vorbereitet“, so Brückner. Sie würden diese als Chance betrachten und nicht davor zurückschrecken.
Besonders betonte Regina Brückner, gestützt von ihrer eigenen Erfahrung, das Aftersales/Servicegeschäft: „Das ist ein Weg, den wir in unserer Firma vor acht Jahren angefangen haben und noch weiter gehen werden. Dass hat sich für uns wirklich gelohnt“, sagte die Geschäftsführerin.
Dass die Nachfrage nach kundenspezifischen Systemlösungen außerhalb Europas steigt, überrascht Brückner nicht: „Europa schwächelt.“ Dennoch blickt sie positiv in die Zukunft. Erfolgreich seien die Deutschen letzten Endes deswegen, weil sie konsequent ihren Weg gehen würden, Exzellenz anstreben und von anderen lernen, anstatt zu kopieren.

Franziska Becker

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