Nachlese zur 30. Ohmrolle: Die TH Nürnberg feiert runden Geburtstag

Zum Jubiläum der 30. Ohmrolle hat Katja Schindlbeck, Präsidentin des Nürnberger Designvereins, einen BB8 Roboter an Initiator und Moderator Jürgern Schopper überreicht. Der Professor für Film und Animation an der TH Nürnberg hat die etwa 1000 Zuschauer wie gewohnt unterhaltsam durch die Veranstaltung geführt.

Zum Jubiläum der 30. Ohmrolle hat Katja Schindlbeck, Präsidentin des Nürnberger Designvereins, einen BB8 Roboter an Initiator und Moderator Jürgern Schopper überreicht. Der Professor für Film und Animation an der TH Nürnberg hat die etwa 1000 Zuschauer wie gewohnt unterhaltsam durch die Veranstaltung geführt. Zu sehen gab es Werbespots und Kurzfilme, von Studierenden der TH produziert.

Die Erstsemester starten den Abend mit ihren Werbespots

Begonnen hat der Kinoabend mit einer Reihe Werbespots der Erstsemester. Mit ausgefuchsten Konzeptideen, durchdachten Skripts, hervorragenden schauspielerischen Leistungen und nicht zuletzt wegen der guten Kamera- und Schnitttechnik konnten die Studierenden den Gästen so manches Produkt auf innovative Art und Weise näher bringen.

Erstes Beispiel hierfür ist der Babysitter.de-Spot, der auch als erste Produktion auf der Leinwand die gesamte Veranstaltung eröffnete. Eine Mutter fährt im Auto, auf dem Rücksitz streiten zwei Kinder. Plötzlich stoppt das Auto und die zwei Kinder müssen aussteigen. Die Situation wird unscharf und das Logo von babysitter.de erscheint. Als kleines Add-On fährt die Mutter anschließend zurück und wirft das Plüschtier, um das sich die Kinder gestritten haben, vor deren Füße und macht sich erneut aus dem Staub.

Der Rentner aus "Capito" in seinem Garten; Quelle: TH Nürnberg Fakultät Design

Der Rentner aus „Capito“ in seinem Garten; Quelle: TH Nürnberg Fakultät Design

Der zweite, sehr positiv aufgenommene Werbespot zeigt – untermalt mit fröhlicher Musik – einen älteren Herrn, der im Garten verschiedene Arbeiten erledigt. Nachdem er einen großen Kartoffelsack in seinen Schubkarren gewuchtet hat, wechselt die Kamera auf eine Position oberhalb des Reifens und im Zeitraffer wird ein Waldweg gezeigt, über den der Mann die Schubkarre schiebt. Weiter von heiterer Musik begleitet, hält der Rentner schließlich an, nimmt den Sack und wirft ihn in eine Grube im Wald. Durch die nun erneut wechselnde Kameraposition erkennt man, dass ein blutüberströmter Arm aus der Schubkarre heraushängt, bevor der offensichtlich leblose Körper in die Grube geworfen wird. „Capito Transportgeräte – Wir bewegen Lasten“. Absurd, witzig und einprägsam.

Der Mann aus "Julikind" bereitet sich auf seine Reise vor; Quelle: TH Nürnberg Fakultät Design

Der Mann aus „Julikind“ bereitet sich auf seine Reise vor; Quelle: TH Nürnberg Fakultät Design

Großes Lob an die Zweitsemester

Besonders stolz ist Jürgen Schopper auf den Kurzfilm „Julikind“ von Studierenden aus dem zweiten Semester. Ein schwer kranker Mann wird einige Minuten dabei gezeigt, wie er sich rasiert und anzieht. Er macht sich auf den Weg, um sich ein letztes Mal mit seiner Tochter zu treffen, zu der er schon lange keinen Kontakt mehr hat. Als Nebenschauplatz ist der Streit zwischen einer Mutter und ihrer Tochter zu sehen. Die Mutter beschwert sich darüber, dass ihr Kind nur Zeit mit dem Handy verbringt statt mit der Familie. Mit dem Kontrast wird die ernste Stimmung des Mannes unterstrichen. Die besondere Szene war die, in der die Zuschauer den kranken Vater wegfahren sahen. „Ja, wir haben das mit einer Drohne gedreht“, erzählte das Team von Julikind. „Wir haben sie von einem Freund geliehen.“

 

Die Studenten nutzen für diese Szene eine Drohne; Quelle: TH Nürnberg Fakultät Design

Die Studenten nutzten für diese Szene eine Drohne; Quelle: TH Nürnberg Fakultät Design

Bemerkenswert ist auch das Budget für den Film: „Circa 500 Euro hat er uns gekostet. Das ist nicht viel. Im dritten Semester produzieren wir Musikvideos, die können schon mal tausend Euro mehr kosten.“ Die Finanzierung übernehmen die Studenten selbst, versuchen aber über Crowdfunding ihr Geld wieder zurückzubekommen. Bei so einer aufwändigen Produktion ist es nicht verwunderlich, dass das Team für den Film die Note 1,0 bekommen hat. Die Filme können auch als DVD für zuhause erworben werden. Die nächste Ohmrolle findet im Frühjahr 2016 statt.

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