Nürnberger Bayernhafen – Sicherheitskonzepte und deren Umsetzung

Die heutige Zeit ist immer häufiger von Terroranschlägen und einer steigenden Kriminalitätsrate überschattet. Es ist immer wichtiger geworden, für die Sicherheit von Haus, Habe und Mensch zu sorgen. Besonders bedroht sind Infrastrukturen und Orte wie Bahnhöfe und Häfen. Der Nürnberger Bayernhafen ist davon nicht ausgenommen.

Jährlich hat der Bayernhafen in Nürnberg eine Umschlagskapazität von 550.000 Twenty-foot Equivalent Unit (TEU). Ein TEU ist das Maß von einem 20 Fuß (6,1 Meter) langen Container. Jährlich werden 550.000 Container auf Land- und Wasserwegen über den Hafen umgesetzt. Die Container beinhalten nicht nur Spielzeug aus Fernost, sondern auch weit wertvollere Fracht.

 

Befahren verboten!   Foto: Ludwig Heidenreiter

 

Was drin ist, weiß niemand

“Niemand weiß, was in den Containern ist. Der Inhalt ist weder am Terminal, noch bei den anderen Mitarbeitern bekannt”, erklärt Elke Wechsler, Leiterin der PR- und Marketingabteilung des Hafens. Dadurch wird sichergestellt, dass niemand auf die Idee kommt, sich am Containerinhalt widerrechtlich zu bedienen. Interessant wären besonders elektronische Geräte, die sich über Ebay oder Kleinanzeigen-Plattformen einfach an den Mann bringen lassen. Niemandem ist es allerdings möglich auch nur zu erahnen, welches Frachtgut sich in welchem Container befindet. Somit scheint es zunächst, als sei Diebstahl unattraktiv Trotzdem versuchen Diebe auf gut Glück an wertvolle Gegenstände zu gelangen.

Sicherheitsrisiko? Wohl kaum!

Im Normalfall sind die Bereiche, in denen die angelieferten Container gelagert werden, umzäunt und abgeschlossen. Bei Unternehmen, die am Hafen ansässig sind und sich auf den Umschlag von Massengütern spezialisiert haben, ist das aber eher unüblich. Die Containerplätze sind frei zugänglich und somit auf den ersten Blick leichte Beute für Diebe. Alle Bereiche, in denen die Waren gelagert sind, werden jedoch von einem ausgeklügelten Kamerasystem überwacht.

“Sollte jemand dort nachts sein Unwesen treiben, wird dieser von einem externen Sicherheitsunternehmen direkt per Lautsprecher angesprochen. Folglich ist der Eindringling natürlich auch sofort wieder weg”, erklärt Elke Wechsler.

Eine moderne Sicherheitskamera. Foto: flickr (lizenzfrei)

 

Die Kameras sind so ausgerichtet, dass jeder Winkel einsehbar ist; Bewegungsmelder senden ihre Signale direkt an die Sicherheitskräfte weiter. Die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma können dann auf den Bildschirmen sehen, ob es sich lediglich um eine Katze oder doch um einen vermeintlichen Dieb handelt.

 

Gemeinsam an einem Strang

Jedes Unternehmen ist, was die Sicherheit seines Grundstücks betrifft, noch auf sich alleine gestellt. Alle müssen sich selbst um die Einrichtung der Sicherheitskameras kümmern und ein Sicherheitsunternehmen engagieren, das die Anlagen einrichtet und wartet. Dadurch entsteht seitens der einzelnen Firmen ein hoher zeitlicher und finanzieller Aufwand.

“Es würde sich anbieten, ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten, um Kosten und Zeit zu sparen”, bestätigt Elke Wechsler. Die Verwaltung des Hafens ist bereits in Abstimmung mit den dort ansässigen Unternehmen, um ein gemeinsames, moderneres Sicherheitssystem zu realisieren. Alle Kameras und andere sicherheitsrelevanten Einrichtungen wären dadurch miteinander vernetzt und könnten durch ein einziges Sicherheitsunternehmen ausgewertet werden. Dieses System erhöht natürlich auch die Sicherheit für alle Güter, die über den Hafen umgeschlagen werden. Mindestens einen Nachteil hätte die Rundumüberwachung: Vor allem Hafenmitarbeiter könnten sich ständig beobachtet und in ihrer Privatsphäre verletzt fühlen.

 

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