Radiomoderator – „Der geilste Job der Welt!“

Seit drei Jahren holt Jacqueline Belle, Moderatorin bei Radio Charivari 95.5 München, die Leute morgens aus den Federn. „Spotify hört heutzutage jeder. Die Plattform bietet nur Musik. Das Radio hebt sich dadurch ab, dass ich direkt bei den Zuhörern bin und sie durch den Tag begleite.“

Der Weg zum Traumberuf

Die Moderatorin hat schon im Alter von sechs Jahren ihre erste Synchronsprecherrolle im Zeichentrickfilm Stimme des Herzens bekommen. Seitdem hat sie Figuren in Hollywoodfilmen wie Resident Evil oder in Erfolgsserien wie Game of Thrones synchronisiert. Ihre Ausbildung zur Radiosprecherin hat sie bei afk M94.5 abgeschlossen, aber einen journalistischen Hintergrund hat sie nicht. Dennoch ist es ihr sehr wichtig, „journalistisch zu arbeiten und dabei besonders gründlich zu sein.“

Max Fraenkel, Chef und Mitbegründer der Marketingabteilung bei afk M94.5, muss um sechs Uhr morgens aufstehen. „Das frühe Aufstehen fällt mir zwar schwer, aber ich habe sehr viel Spaß bei dem, was ich mache“, gibt er lächelnd zu. Belle und Fraenkel üben ohne Frage ihren Traumberuf als Radiomoderatoren aus. „Das ist der geilste Job der Welt“, so Belle. Und beide haben einen vergleichbaren Karriereweg hinter sich. Denn Fraenkel hat neben seinem Kulturjournalismusstudium seit 2010 bei afk M94.5 gearbeitet und ist heute in der Musik- und Kulturredaktion tätig. Die Frage, ob er noch journalistisch arbeitet, beantwortet er damit, dass für ihn jeder Moderator „journalistisch arbeiten“ sollte und sich nicht nur auf die Redaktion verlassen kann.

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Jacqueline Belle moderiert Social Media – Du bist Teil der Show; Foto: Khang Hoang

Das Geheimnis der guten Radiostimme

Wie wichtig eine gute Radiostimme ist oder was eine gute Radiostimme ausmacht, verrät Fraenkel: „Lächeln beim Reden. Der Zuhörer merkt das. Da schwingt Sympathie mit.“ Belle dagegen sieht die Frage aus dem Blickwinkel einer professionellen Sprecherin: „Sehr dunkle, tiefe Stimmen haben mehr Personality und sprechen das ältere Publikum an.“ Sie geht dabei noch auf die Wortwahl bei der Moderation ein: „Bei einem älteren Publikum passt es nicht, das Wetter als geil zu bezeichnen.“ In einem sind sich beide einig: Die Stimme muss prägnant sein und im Gedächtnis bleiben.

Gute Laune, egal wann

Ob die Freundin gerade Schluss gemacht hat oder der Hund des Moderators gerade gestorben ist – der Zuhörer darf ihm die schlechte Laune nicht anmerken. „Ich blende meine Emotionen aus und verkörpere am Mikrofon eine Kunstfigur“, lautet Fraenkels Mittel. Belle ordnet allerdings die „Beschwerdeanrufe oder die negativen Kommentare über Social Media“ auf die schlechten Seiten des Berufs ein.

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Tina Dereser (links) und Jacqueline Belle (rechts) im Interview; Foto: Khang Hoang

Tipps für angehende Moderatoren

„Immer den Gürtel aufmachen oder gemütliche Klamotten“ ist Fraenkels Tipp für Jungmoderatoren. Danach drückt er sich den Zeigefinger horizontal in die Mundwinkel und führt eine Sprechübung vor. „Das geht auch mit einem Kugelschreiber. Die Zunge ist ein Gedächtnismuskel und kann so gut trainiert werden. Manche nehmen einen Korken in den Mund. Der schmeckt nicht.“ Ein Moderator muss auch immer gut vorbereitet sein. „In der Redaktion kann immer etwas schief gehen“, lautet Fraenkels Rat. „Es ist immer gut, ein bis zwei Notizen bei sich zu haben.“ Belles Tipp ist: „Einfach machen! Ich habe drei Jahre ohne Lohn gearbeitet, weil ich einfach Spaß an der Arbeit hatte. Ein Moderator braucht ganz viel Übung!“

 

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