Technologie, die Leben rettet

Beim Betreten des Raumes erwartet den Besucher eine eher unkonventionelle Begrüßung: Ein kompakter, ferngesteuerter Sechsräder mit einer kleinen Kamera auf dem Gestell kreist um die Beine der Zuschauer.

Gesteuert wird dieser kleine Roboter von den jüngeren Besuchern der „Langen Nacht der Wissenschaften“. Ein Erkundungsroboter, der in Zukunft Leben retten könnte.

 

Was genau ist ein Erkundungsroboter?

„Ein Erkundungsroboter erkundet unbekanntes Gebiet“, so erklärt es Professor Dr. Stefan May, Laborleiter bei diesem Projekt. Eine Technologie, die in Krisensituationen helfen kann. Inszeniert wird ein ziviles Rettungsszenario, in dem ein Erdbeben ein Haus zum Einsturz bringt. In solchen Momenten kommt der Roboter zum Einsatz. Es geht hierbei darum, den Unfallort nach möglichen Gefahren zu durchsuchen oder im Härtefall Überlebende zu finden, bevor Rettungskräfte an der Einsatzstelle eintreffen.

 

Wie funktioniert der Roboter?

Ein kleiner Helfer auf Erkundungstour Foto: Elif Kuru

Nach wie vor hängen die jüngeren Besucher an einem Joystick und steuern den kleinen Roboter, doch der tatsächliche Erkundungsroboter funktioniert ein wenig anders. Noch arbeitet dieser nicht autonom, sondern wird ferngesteuert mit einem Kabel. Die Frage ist, wer genau in der Lage ist, diesen Roboter auf Erkundungstour zu schicken. May bringt Licht ins Dunkel. Eine geschulte Person darf den Helfer auf seine Mission schicken und steuern. Bestenfalls jemand, der sogar an solchen Konzepten mitgewirkt hat. Je mehr Wissen über die Angelegenheit vorhanden ist, desto erfolgreicher läuft der Einsatz.

Idealerweise funktioniert der Roboter autonom. Statt einer Fernsteuerung soll der Helfer per Knopfdruck auf Mission gehen. Daran arbeitet die Forschung bereits, dennoch ist es zurzeit noch nicht möglich, die Roboter mit ausreichend Wissen und Intelligenz auszustatten.

Laut dem Professor ist eine solche Technologie mehr oder weniger gang und gäbe in den Vereinigten Staaten. Militärische Einsätze werden durch einen kleinen, tragbaren Roboter unterstützt, der mittels spezialisierter Software Unfallgebiete durchquert und untersucht. Somit kann herausgefunden werden, ob es sicher für Soldaten ist oder ob es Überlebende gibt, die gerettet werden müssen.

 

Zukunftsaussichten dieser Technologie

 

Eine Vorführung mit Publikum Foto: Elif Kuru

In näherer Zukunft soll dieser Roboter auch bei Brandfällen eingesetzt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen einige Zusatzeigenschaften verbaut werden: Einerseits muss der Roboter feuerfest und spritzwasserfest sein, damit dieser Feuer und Wasser standhalten kann. Andererseits spielen das Gewicht, die Sensorik und vor allem der ökonomische Faktor in der Entwicklung eine wichtige Rolle. Dennoch sieht Professor May eine vielversprechende Zukunft für den Erkundungsroboter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.