Trendthema: Additive Fertigung

Die Additive Fertigung ist im Maschinenbau ein großes Thema, obwohl es schon seit Jahrhunderten in unserem Alltag verankert ist. Im Hausbau wird das gleiche Prinzip verwendet. Häuser werden von unten nach oben Stein für Stein gebaut. Dennoch wird erst seit…

Die Additive Fertigung ist im Maschinenbau ein großes Thema, obwohl es schon seit Jahrhunderten in unserem Alltag verankert ist. Im Hausbau wird das gleiche Prinzip verwendet. Häuser werden von unten nach oben Stein für Stein gebaut. Dennoch wird erst seit Kurzem versucht das Prinzip in die industrielle Massenproduktion zu bringen. Derzeit werden Teile aus Metall größtenteils durch spanende Verfahren geschaffen. Man hat einen massiven Körper und trennt alles ab, was nicht benötigt wird. Man spricht hier von subtraktiven Fertigungsverfahren. Bei additiven Fertigungsverfahren wird hingegen ein Körper Schicht für Schicht aus Pulver geschaffen.

Professor Michael Schmitt

Prof. Michael Schmidt

Auch wenn die Vorstellung von der individuellen Massenproduktion dank 3D-Drucker sehr nahe scheint, gibt es noch einige Schwierigkeiten. Das bestätigt auch Michael Schmidt, Lehrstuhlinhaber für photonische Technologien der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen. Noch sei die Größe der Bauteile, die mit additiven Verfahren hergestellt werden können, noch sehr begrenzt. Zusätzlich schränkt die Art des derzeit verwendeten Produktionsverfahrens ein. Es handelt sich dabei um einen thermischen Prozess, dies erhöht die Produktionsdauer sehr und ermöglicht nur eine begrenzte Beschleunigung. Derzeit kann ein Bauteil mit einer Geschwindigkeit von 20cm3 pro Stunde anwachsen. Das entspricht ein bisschen weniger als einer Streichholzschachtel.

Schmidt verdeutlicht den systemcharakter dieses sensiblen Prozesses hin. Das verwendete Pulver und die Maschine sind perfekt aufeinander abgestimmt. Deshalb könne man bei additiven Prozessen nicht einfach einen Parameter austauschen, da es noch keine Normen gibt. Darüber hinaus meint Schmidt, dass der additive Prozess noch nicht im großen Maßstab möglich sei, da derzeit kein Hersteller von Metallpulver Massen produzieren könnte.

Rainer Lotz

Rainer Lotz

Nicht nur die Forschung sieht Potential in dem Verfahren. Herr Rainer Lotz, Geschäftsführer der Renishaw GmbH sagte: „Die Möglichkeiten werden noch sehr überschätzt, dennoch geht es vorwärts.“ Nach der Meinung von Dr. Neuhauser der CEO der Siemens Business Motion Control, werden additive Fertigungsverfahren niemals subtraktive Verfahren ersetzten. Vielmehr werden sich die Verfahren ergänzen.

Michael Richter

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