Virtual Reality für den kleinen Geldbeutel

„Was habt ihr denn da auf?“, fragt eine Passantin vor der Technischen Hochschule Nürnberg an der Langen Nacht der Wissenschaften. Die Antwort liegt auf der Nase: ein kleiner Pappkasten. Er ist der günstige Bruder der Oculus Rift. Vor ein paar…

„Was habt ihr denn da auf?“, fragt eine Passantin vor der Technischen Hochschule Nürnberg an der Langen Nacht der Wissenschaften. Die Antwort liegt auf der Nase: ein kleiner Pappkasten. Er ist der günstige Bruder der Oculus Rift.

Vor ein paar Jahren gab es einen riesigen Hype um das Thema Virtual Reality. Alles fing an, als der Ingenieur Palmer Luckey 2012 sein Kickstarter Projekt „Oculus Rift“ der Öffentlichkeit präsentierte.

Lukas Yoga langAuf der Langen Nacht der Wissenschaften sind an zwei Standorten verschiedene Arten von VR-Headsets präsentiert worden: Neben Oculus Riftwaren auch andere Hersteller vertreten. Im KunstKulturQuartier, direkt gegenüber vom Hauptbahnhof, gibt es zwei Varianten zum Ausprobieren, die nach unterschiedlichen  Prinzipien funktionieren: Während bei klassischen Augmented Reality Brillen der Bildschirm fest verbaut ist, übernimmt bei anderen das Smartphone die Rolle des Bildschirms – das schont den Geldbeutel. Das Smartphone findet seinen Platz in einer speziellen Halterung. Diese ist in zwei Varianten erhältlich: einer hochwertigen Version, die unter anderem Polsterungen und eine bessere Halterung für das Smartphone bietet, und die Alternative, ein 5-Euro-Bausatz aus Karton. Diesen haben wir ausführlich getestet.

Vergleich Cardboard - Plastik

Nach kurzem Zusammenbau ist der Steckbausatz auch schon einsatzbereit. Alle benötigten Materialen liegen bei und der Aufbau ist dank der Anleitung auf dem Karton kinderleicht. Durch den ausgeklügelten Steckmechanismus verwandelt sich das Stück Pappe in eine stabile Brille. Nur noch das Handy einsetzen und schon kann der Spaß beginnen.

Cardboard geschlossen

ZusammenbauMit Hilfe von gratis verfügbaren Apps reproduziert man den Effekt mit dem eigenen Smartphone. Getestet haben wir die „Cardboard SDK“ mit verschiedenen Apps, die vor Ort mittels QR-Code zum Download bereit stehen. Das Angebot ist breit gefächert, von Museumstouren (Orbulus) bis hin zu Achterbahnfahrten (VR Roller Coaster) ist für jeden etwas dabei. Auch manche YouTube-Videos sind schon für das Betrachten mit VR-Brillen angepasst. Um selbst ein solches Videos zu produzieren, ist jedoch eine 360-Grad-Kamera nötig. Jedoch können auch fertige Videos im Nachhinein über die App VR Cinema angesehen werden. Natürlich entsteht dadurch kein echter 360-Grad-Film, allerdings entsteht der Effekt einer riesigen Kinoleinwand.

Tobias Laterne

Im Großen und Ganzen steht die kleine Pappbrille ihrem großen Bruder in nichts nach. Wer möchte, kann die Wartezeit bis zum Release der Oculus Rift mit der Billigvariante überbrücken. Im Internet ist eine breite Auswahl an VR-Brillen vorhanden. Wenn man bedenkt, dass das Original mit einem Preis von 350 Euro auf den Markt kommt – eine sinnvolle Investition. Je nach verwendetem Handy steht die Bildqualität dem Original kaum nach. Für wenig Geld hatten wir viel Spaß und freuen uns darauf, nach der Langen Nacht der Wissenschaften noch zahlreiche Apps und Videos zu entdecken.

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