Wissen erweitern im Wahrzeichen der Stadt

Das Museumsbüro im Schloss Ratibor zur frühen Mittagszeit. Inmitten von Stapeln an Büchern und Papierhaufen sitzt der vielbeschäftige Museumsleiter und Kunsthistoriker Guido Schmid.  Der Bildschirmschoner seines Computers animiert eine frühere Darstellung der Stadt Roth.

 

Museumsleiter Guido Schmid in einem historischen Wohnraum.
Foto: Michelle Gundermann

Gundermann: Herr Schmid, warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden? War es schon seit klein auf ein Traumberuf?

Schmid: Uff, nicht ganz von Anfang an, aber relativ früh.

Gundermann: Gibt es denn spezifische Projekte, die das Museum durchführt? In der Rother Stadtzeitung steht, dass das Museum auch an den Internationalen Museumstagen 2018 teilnimmt.

Schmid: Es gibt einmal im Jahr die Internationalen Museumstage. Dieses Jahr beteiligen wir uns mit zwei Sonderausstellungen, die bei uns laufen. Die eine der beiden Ausstellungen heißt: Art Heals von Michaela Biet und die andere ist eher eine Kinder -und Familienausstellung mit dem Namen: „Als das Mammut zu schwitzen begann“.

Gundermann: Stimmt! Das ist die Vorstellung von dem Plakat, welches am Eingang hängt. Gibt es diese Ausstellungen nur zu den Museumstagen oder können Besucher die auch sonst anschauen?

Schmid: Nein, die können auch so angesehen werden. Zu den Museumstagen selbst haben wir eine besondere Veranstaltung. Da wird ein Künstler aus der Region eine Performance aufführen, die in die Richtung der Art Heals Ausstellung geht, die sich mit Kunst und Gesundheit beschäftigt.

Über die Holztreppe zur Ausstellung

Nun folgt die Führung durch das Schloss-Museum. Schmid sagt schmunzelnd, er müsse erst mal die Alarmanlage ausschalten, da das Museum für reguläre Besucher erst später öffnet. Wenn die Besucher die ältere Holztreppe emporsteigen, freuen sich vor allem die Kinder über die liebevollen Details , die das Museum zu bieten hat.

Gundermann: Es gibt hier also auch Ausstellungen, die speziell für Kinder ausgerichtet sind und bei denen sie Informationen sammeln können?

Kinderaustellung: Als das Mammut zu schwitzen begann.
Foto: Michelle Gundermann

Schmid: Ja, ja natürlich! Es gibt im Schloss auch extra Kinderführungen und ein Quiz und Rallyes. Drei verschiedene Comic-Figuren sind für dieses Konzept entwickelt worden: Wilhelm, der ehemalige Schlossherr, Georg und Hund Rollo.

Im ersten Stock angekommen, führt Guido Schmidt in den ersten Teil des Museums, die Wohn- und Repräsentationsräume der ehemaligen Besitzerfamilie von Stieber. Dort sieht der Besucher die ehemaligen Einrichtungsgegenstände und kann sich ein Bild von der historischen Wohnkultur in Roth machen, da die originalen Möbelstücke erhalten geblieben sind. Der andere Teil dienten der Repräsentation; dort finden die aktuellen Ausstellungen statt. In einem Zimmer liegen aus Wachs gefertigte Organe unter polierten Glaskästen.

Schmid: Hier sind die Ausstellungsstücke der vorher genannten Art Heals ausgestellt. An den Aushängen kann der Besucher lesen, wie künstliche Körperteile, zum Beispiel ein Ohr, an einem Menschen befestigt werden kann, wenn eines durch einen Unfall verloren wird.

Medizinische Erklärung zur Kunstausstellung Art Heals.
Foto: Michelle Gundermann

Gundermann: Besuchen dann eigentlich eher ältere Leute das Museum oder wie ist generell die Altersstruktur?

Schmid: Also bei den geführten Gruppen sind es mehr ältere Personen und bei den spontanen Besuchen eher Familien. Natürlich kommen auch sehr viele Schulklassen, um das Museum zu besuchen. Da wir eben nicht nur das klassische Heimatmuseum-Programm anbieten, sondern auch Kunstausstellungen durchführen, haben wir auch relativ treue junge Besucher.

Einblicke in den Schulalltag

Nach der Betrachtung der historischen Wohnkultur von Roth und der Kunstausstellung gelangt der Museumsbesucher über antiken, knarrenden Parkettboden in den Teil des Heimatmuseums. In einem weiteren Ausstellungsraum können sie anhand alter Fotos und Bilder begutachten, wie der damalige Schulalltag ausgesehen hat. Die Museumspädagogin Anne Roßius bereitet gerade für eine Schulklasse einen historischen Unterrichtsraum mit antiken Schreibutensilien vor.

Gundermann: Frau Roßius, was macht dieser Beruf für Sie besonders interessant?

Roßius: Mir macht das sehr viel Spaß, da ich mit vielen verschiedenen Menschen zu tun habe. Das Museum ist ja nicht nur da, weil es dasteht, sondern, weil es Wissen vermittelt.  Unsere Programme, die ich selbst entwickle, sollen sowohl Kinder als auch Erwachsene ins Museum locken.

 

Website des Museums Schloss Ratibor.

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