Der ideale Begleiter

E-Scooter sind umstritten. Während die eine Seite sie für praktisch und nachhaltig hält, sehen die Gegner sie nur im Weg stehen. Philipp Lutz besitzt einen E-Scooter und erklärt im Folgenden, weshalb er für ihn der ideale technische Alltags-Begleiter ist.

„Alles seine Schuld!“, erzählt Philipp Lutz mit einem Augenzwinkern von dem Moment, als er sich für den Kauf eines E-Scooters entschied. „Ein guter Freund hat mich von dem Kauf überzeugt. Ich habe mich jedoch im Vorfeld schon intensiv mit den E-Rollern beschäftigt“, fügt er hinzu. Tatsächlich gibt es viele verschiedene Modelle mit großen Unterschieden. Die E-Flitzer differenzieren sich in Kategorien wie Gewicht, Reichweite, Fahrstabilität und Extras. Die Reichweite spielt für Viele beim Kauf wohl die größte Rollte. Diese kann sich je nach Modell zwischen 10 und 60 Kilometern bewegen. Die Reichweite ist auch abhängig von der Kapazität des Akkus in Watt im Zusammenspiel mit dem Gewicht des Fahrers. „Meiner hat eine Reichweite von 30 Kilometern. Das reicht mir locker für eine Woche“, berichtet der Rechtsreferendar.

Was den E-Scooter ausmacht

Auf dem E-Scooter macht Philipp eine gute Figur. Foto: Alper Dinc

Damit ein solches Gerät aber auch als E-Scooter durchgeht, muss er bestimmte Kriterien erfüllen. Die Elektro-Kleinstfahrzeuge-Verordnung sieht vor, dass E-Tretroller über eine Lenkstange, ein funktionierendes Brems- und Lichtsystem und zwei voneinander unabhängige Bremsen für Vorder- und Hinterrad verfügen. Auch sind eine Hupe oder eine Klingel vorgeschrieben. Blinker brauchen die City-Flitzer keine. Trotz Akkus in unterschiedlich starken Ausführungen dürfen die E-Tretroller die Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde nicht überschreiten. „Meiner fährt natürlich nicht schneller als 20. Der Motor wird elektronisch runtergetaktet, also gedrosselt“, verrät der 26-Jährige. Wer aber im Internet mal recherchieren würde, soll wohl auch die eine oder andere Anleitungen zum Übertakten, also zum Schnellermachen des E-Scooters, finden. Wer dennoch der Meinung ist, dass der eigene Roller nicht schnell genug fahre, riskiere damit ein saftiges Bußgeld.

Gegenwind für den E-Scooter

Philipp kann in wenigen Sekunden seinen E-Scooter zusammenklappen. Foto: Alper Dinc

Die E-Scooter stehen seit ihrer Zulassung in Deutschland stetig in der Kritik. Passanten beschweren sich darüber, dass sie oftmals Gehwege blockieren würden, gerade dann, wenn sie nicht fachgerecht abgestellt werden. Größter Kritikpunkt nach nun über 18 Monaten E-Scooter ist die CO2-Bilanz. Anfangs als Heilsbringer und großer Schritt in Richtung E-Mobilität tituliert, zeigt sich heute, dass sie nicht zum gewünschten Umdenken im Fahrverhalten der Meisten geführt haben. Statt auf das Auto zu verzichten und auf E-Scooter umzusteigen, wird der E-Scooter von Leuten verwendet, die eigentlich zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs wären. „Diesen Kritikpunkt kann ich absolut nachvollziehen“, sagt Philipp Lutz. „Nachhaltigkeit ist mir mit der Zeit immer wichtiger geworden. Deswegen habe ich tatsächlich mein Auto verkauft und bin auf den E-Scooter umgestiegen. Da ich im juristischen Bereich arbeite, ist es mir wichtig, auf dem Weg in die Arbeit mit dem Anzug nicht ins Schwitzen zu kommen. Ein Fahrrad kam so für mich nicht in Frage. Außerdem macht das Fahren mit dem Scooter echt viel Spaß“, fügt der begeisterte E-Scooter-Fahrer hinzu.

Am Ende des Tages bereut der 26-jährige E-Scooter-Fan seinen Kauf nicht. Ganz im Gegenteil: „Kritik hin oder her. Für mich ist der E-Roller eine Bereicherung. Ich bin extrem flexibel und schnell unterwegs. Und wenn ich doch mal mit den Öffentlichen fahren muss oder mit dem Auto abgeholt werde, dann klappe ich das gute Ding einfach zusammen und nehme ihn halt mit. Absperren kann ich ihn übrigens auch!“

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