Ein Leben mit Herzschrittmacher – der Taktgeber fürs Herz

Luisa Denker wäre eigentlich seit drei Jahren nicht mehr am Leben, wenn nicht ein Herzschrittmacher ihren Herzrhythmus im Takt halten würde. Das kleine medizinische Gerät ist für viele Menschen lebensnotwendig.

Immer wenn Luisa Denker um fünf Uhr morgens aufsteht, trinkt sie ein Glas Wasser und atmet ein paar Mal tief ein und aus. „So tu ich meinem Herzen was Gutes und es bleibt immer im normalen Takt“, sagt die ehemalige Unternehmerin. Anschließend geht sie nach unten, um zu frühstücken. Denker ist eine von circa 160.000 Menschen, die aufgrund ihres schwachen Herzens seit drei Jahren auf einen Herzschrittmacher angewiesen ist. „Ich bin nicht mehr die Jüngste, deswegen brauche ich eine Sicherheit, falls mein Herz aus dem Takt gerät.“ Das kleine medizinische Gerät ist heutzutage so groß wie eine Zwei-Euro-Münze und sorgt dafür, dass der Herzschlag regelmäßig mit einem elektrischen Impuls angeregt wird. Dabei wird er nur dann aktiv, wenn er eine Störung im Herzrhythmus feststellt. Der Arzt platziert den Taktgeber unterhalb des rechten Schlüsselbeins durch einen kleinen Schnitt in die Haut. Anschließend werden die Elektroden an das Schrittmachergerät angeschlossen und getestet. „Die OP hat ein bis zwei Stunden gedauert und war ohne Narkose. Ich lag zur Kontrolle drei Tage im Krankenhaus“, sagt die 84-jährige. Ihr wurde das Implantat im Klinikum Süd in Nürnberg eingesetzt.

Eine Frage stellen sich die Träger des Schrittmachers dennoch. Wie viel Abstand zu Elektrogeräten eingehalten werden muss, bevor sie gefährlich werden. Im schlimmsten Fall kann das Gerät eine Störung bekommen. Der Person kann es schwarz vor Augen werden, bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Patientenausweis. Foto: Silan Kendirligil

„Ich habe keinen Induktionsherd, den darf ich auch nicht benutzen“

Auf den ersten Blick fällt in ihrem Haus nichts auf, was auf eine Sicherheitsmaßnahme deuten könnte. Das Wohnzimmer ist verbunden mit der Essstube und eine Balkontür führt in den kleinen Garten. Der Essbereich ist mit Holz verkleidet und viele Pflanzen stehen vor den kleinen Fenstern, die auf den Garten gerichtet sind. Die Rentnerin hat viele Zierteller an der Wand hängen, die handbemalt wurden. Außerdem stehen einige Bilder von ihren Enkelkindern in dem Schrank, der neben dem Esstisch steht. Viele Elektrogeräte hat sie zudem nicht, außer einen Fernseher im Wohnzimmer und einer  Trockenhaube im Flur, die sie für ihre Frisur braucht. Außerdem habe sich sonst in ihrem Alltag auch nicht viel verändert.

Die Geräte sind mittlerweile so gut entwickelt, dass sie keine Gefahr mehr darstellen. „Ich muss jedes halbe Jahr zur Kontrolle gehen und der Arzt kann sofort sehen, wann etwas nicht in Ordnung ist. Sogar auf den Tag und die Minute genau“, erklärt die Dame. Sie fühlte bis jetzt zweimal eine Rhythmusstörung und alarmierte ihren Arzt. Dieser kann die Daten sofort übertragen und feststellen, wann der Herzschrittmacher eingesetzt hat. Der Patient bekommt einen Herzschrittmacher-Ausweis, den er in der Regel ständig dabei haben sollte. Das moderne Gerät hat durch neue Entwicklungen mittlerweile eine Lebensdauer von fünf bis zehn Jahren. Ein plötzlicher Ausfall der Batterien ist jedoch nicht zu befürchten, denn das medizinische Gerät kann durch einen Programmierknopf auf die Haut gelegt werden, der dann die Daten am Programmiergerät übermittelt und jeden Fehler erkennt.

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